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Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

EUS-gesteuerte transenterale ERCP (EDEE) bei einer Patientin mit distaler Gallengangobstruktion nach bariatrischer biliopankreatischer Diversion mit Duodenal-Switch (BPD-DS)

J. Kandler - Universitätsklinikum Düsseldorf, Interventionelle Endoskopie, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland; Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland
S. Loosen - Universitätsklinikum Düsseldorf, Interventionelle Endoskopie, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland; Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland
A. Kunstein - Universitätsklinikum Düsseldorf, Interventionelle Endoskopie, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland; Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland
P. Park - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland
H. Bock - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland
T. Lüdde - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Düsseldorf, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Nach biliopankreatischer Diversion mit Duodenal-Switch (BPD-DS), einer bariatrischen Operation, die eine Sleeve-Gastrektomie mit einem intestinalen Roux-Y-Bypass verbindet (End-Zu-End-Pylorojejunostomie, Blindverschluss Duodenalstumpf, End-Zu-Seit Ileo-Ileostomie mit kurzem common-channel), ist eine konventionelle ERCP nicht mehr möglich. Wir beschreiben den seltenen Fall einer Patientin mit BPD-DS und obstruktivem Prozess in der Papillenregion, bei der nach temporärer PTCD-Anlage und Schaffung einer EUS-Jejuno-Duodenostomie (EUS-JDS) eine EUS-gesteuerte transenterische ERCP (EDEE) durchgeführt wurde.

Methode: Eine 64-jährige Patientin nach BPD-DS stellte sich mit rezidivierenden rechtsseitigen Oberbauchschmerzen und erhöhten Cholestaseparametern vor. Die MRCP zeigte ein Double-Duct-Sign ohne nachweisbare Raumforderung im Papillenbereich. Ballon-Enteroskopisch war die Papille retrograd nicht erreichbar. Da die Notwendigkeit eines direkten Zugangs zur Papille zwecks Visualisierung, Sampling und Stenting bestand, fiel die Entscheidung zur EDEE. Endosonographisch ließ sich kein geeigneter Zugangsweg zur direkten Schaffung einer EUS-JDS mittels Lumen-adaptierendem Metallstent (LAMS) in ausreichendem Abstand zur Papille auffinden. Daher erfolgte die Anlage einer perkutan-transhepatischen Cholangiographie (PTCD), welche zur Fluoroskopie und Wasser-Indigokarminfüllung des Duodenums diente. Hierdurch konnte am blind verschlossenen Ende des Duodenums die EUS-JDS mit einem 20×10mm LAMS erfolgen und darüber die Papille unproblematisch erreicht werden.

Ergebnis: In der EDEE zeigte sich eine kurze distale DHC-Stenose mit Choledocholithiasis. Ein Papillenprozess konnte ausgeschlossen werden. Biliäre Sphinkterotomie, Ballonsphinkteroplastie, Sampling, Steinextraktion sowie Implantation eines biliären Stents wurden komplikationslos durchgeführt, die PTCD wurde wieder entfernt. Die Patientin war postinterventionell beschwerdefrei, die Cholestasewerte normalisierten sich. In den Folgemonaten wurden wiederholt EDEEs durchgeführt, ohne dass sich eine Neoplasie nachweisen ließ.

Zusammenfassung: Patienten mit BPD-DS, bei denen sich eine biliopankreatische Erkrankung entwickelt, stellen eine besondere diagnostische und therapeutische Herausforderung dar, da kein einfacher Zugang zur Papille besteht. Durch individualisierte interventionell-endoskopische Prozeduren können solche Patienten trotz komplexer Anatomie in tertiären Endoskopie-Zentren auch ohne operative Eingriffe minimalinvasiv behandelt werden.