Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie
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Robotisch-assistierte Fundoplikatio versus laparoskopische Fundoplikatio: Eine retrospektive, klinische Kohortenstudie an 233 Fällen
Text
Hintergrund und Ziel: Die roboter-assistierte laparoskopische Fundoplikatio (RALF) wird als vielversprechende Alternative zur konventionellen laparoskopischen Fundoplikatio (CLF) eingestuft. Da vergleichende Daten noch spärlich sind, verglichen wir RALF und CLF in einer Kohortenstudie. Ralf wurde bei uns 2022 eingeführt.
Methode: Wir führten eine nicht-randomisierte retrospektive Kohorten-Studie durch: Die Daten wurden den Akten der Patienten entnommen, die zwischen Januar 2020 und Juni 2025 eine Operation wegen einer gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) durchliefen. Die chirurgischen Techniken wurden basierend auf den Präferenzen der Chirurgen und den individuellen Merkmalen jedes Patienten ausgewählt. RALF wurde mit einem DaVinci-Roboter durchgeführt. Statistische Analysen wurden verwendet, um RALF und CLF zu vergleichen und eine mögliche Lernkurve von RALF über die Zeit zu analysieren.
Ergebnis: Mehr Patienten in der RALF-Gruppe (insgesamt n = 107) als in der CLF-Gruppe (n = 126) hatten einen upside-down Magen (55% vs. 19%) und die Zwerchfelllücken waren größer. Bei 6 RALF-Patienten musste der Eingriff konvertiert oder abgebrochen werden. Die Operationszeit (OP-Zeit) war bei RALF länger (durchschnittlich 251 Min.) als bei CLF (177 Min., p < 0,001). Unerwünschte Ereignisse waren ähnlich zwischen den Gruppen, aber der Krankenhausaufenthalt war bei RALF-Patienten etwas länger als bei CLF-Patienten (Median 7 vs. 6 Tage, p= 0,12). Wiedereinweisungen wegen wiederkehrender Symptome (20% vs. 20%) oder das Auftreten von Narbenbrüchen (10% vs. 14%) wurden bei RALF und CLF ähnlich häufig beobachtet. Ein komplikationsloser klinischer Verlauf (d. h. „Lehrbuchergebnis“) wurde bei 57 (53%) RALF- und 66 (52%) CLF-Patienten beobachtet. In der logistischen Regression war nur das anästhesiologische Risiko mit einem Nicht-Lehrbuchergebnis assoziiert. Eine Lernkurve für RALF konnte nicht festgestellt werden, da die mittlere Operationszeit in der zweiten Hälfte von 2024 und der ersten Hälfte von 2025 am längsten war (p= 0,005).
Zusammenfassung: Bei Patienten, die eine Anti-Reflux-Operation benötigen, verlängert RALF die Operationszeiten, bietet jedoch keine erkennbaren Vorteile gegenüber CLF. Da RALF in der vorliegenden Studie bei komplizierteren Fällen angewendet wurde und dennoch ähnliche Ergebnisse wie CLF erzielte, bleibt die Möglichkeit bestehen, dass RALF im Vergleich zur CLF eine geringfügige Verbesserung darstellt.



