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Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Chancen und Risiken der FTRD-Anwendung am Appendikularostium – zwei Fallvorstellungen

C.-B. Todea - St. Elisabeth Krankenhaus, Gastroenterologie, Iserlohn, Deutschland
M. Büchter - St. Elisabeth Krankenhaus, Gastroenterologie, Iserlohn, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Läsionen am Appendikularostium stellen aufgrund der anatomischen Lage und des erhöhten Perforationsrisikos eine besondere Herausforderung für die endoskopische Therapie dar und werden häufig chirurgisch behandelt. Mit dem Full-Thickness Resection Device (FTRD®) steht ein Verfahren zur endoskopischen Vollwandresektion zur Verfügung, das auch in diesem Bereich eine en-bloc-Resektion ermöglichen kann. Ziel dieser Fallserie ist es, Chancen und Risiken der FTRD-Anwendung am Appendikularostium anhand zweier klinischer Fälle darzustellen, insbesondere im Hinblick auf das Risiko einer postinterventionellen Appendizitis.

Methode: Es werden zwei Patienten mit histologisch gesicherten Adenomen am Appendikularostium vorgestellt, bei denen aufgrund fehlender Schlingenresezierbarkeit eine endoskopische Vollwandresektion (eFTR) mittels FTRD® durchgeführt wurde. Beide Eingriffe erfolgten elektiv in unserem Zentrum. Der klinische Verlauf wurde postinterventionell engmaschig überwacht.

Ergebnis: Fall 1 betraf einen 64-jährigen Mann mit einem 12 mm großen Adenom (NICE 2, JNET 2A). Nach technisch erfolgreicher eFTR bestätigte die Histologie eine R0-Resektion eines tubulären Adenoms. Postinterventionell entwickelte der Patient eine akute Appendizitis mit Fieber und Abwehrspannung, sodass eine chirurgische Appendektomie erforderlich wurde. Der postoperative Verlauf war komplikationslos. Fall 2 betraf eine 70-jährige Patientin mit einer 13 mm großen, breitbasigen Läsion mit Einwachsen in den Appendix. Auch hier gelang eine vollständige eFTR mit histologisch gesicherter R0-Resektion eines zystisch dilatierten Adenoms. Unter prophylaktischer Antibiotikatherapie verlief der postinterventionelle Verlauf komplikationslos.

Zusammenfassung: Die eFTR mittels FTRD® stellt eine effektive und minimalinvasive Therapieoption für ausgewählte Adenome am Appendikularostium dar und ermöglicht hohe R0-Resektionsraten. Gleichzeitig besteht ein relevantes Risiko für eine postinterventionelle Appendizitis, die häufig eine chirurgische Therapie erforderlich macht. Die Fallserie verdeutlicht die Notwendigkeit einer sorgfältigen Patientenselektion, einer umfassenden präinterventionellen Aufklärung sowie einer individuellen Risiko-Nutzen-Abwägung bei der Anwendung des FTRD® in diesem anatomisch anspruchsvollen Bereich.