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52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie


06.-08.05.2026
Würzburg

Meeting Abstract

Strahlenexposition und operative Expertise: Eine Lernkurvenanalyse initialer endourologischer Eingriffe

Susanne Deininger - Medizinische Universität Graz, Urologie, Graz, Österreich; Paracelsus medizinische Universität Salzburg, Urologie und Andrologie, Salzburg, Österreich
Maximilian Moser - Paracelsus medizinische Universität Salzburg, Urologie und Andrologie, Salzburg, Österreich
Olaf Nairz - Paracelsus medizinische Universität, Strahlenschutzabteilung, Salzburg, Österreich
Alexander Moser - Paracelsus medizinische Universität, Strahlenschutzabteilung, Salzburg, Österreich
Johannes Mischinger - Medizinische Universität Graz, Urologie, Graz, Österreich
Christian Deininger - Medizinische Universität Graz, Orthopädie und Traumatologie, Graz, Österreich; Paracelsus Medizinische Universität, Institut für Sehnen- und Knochenregeneration, Salzburg, Österreich
Julia Peters - Paracelsus medizinische Universität Salzburg, Urologie und Andrologie, Salzburg, Österreich
Lukas Lusuardi - Paracelsus medizinische Universität Salzburg, Urologie und Andrologie, Salzburg, Österreich
Sascha Ahyai - Medizinische Universität Graz, Urologie, Graz, Österreich
Peter Törzsök - Széchenyi-István-Universität, Fakultät für Gesundheits- und Sportwissenschaften, Győr, Ungarn; Paracelsus medizinische Universität Salzburg, Urologie und Andrologie, Salzburg, Österreich

Text

Einleitung: In der Endourologie ist das Erlernen komplexer operativer Techniken essenziell, wobei die kompetente Anwendung und Steuerung bildgebender Röntgensysteme einen integralen Bestandteil der chirurgischen Expertise darstellt.

Methodik: In dieser retrospektiven Studie (01/2021–04/2025) an der Universitätsklinik für Urologie Salzburg wurde die initiale endourologische Lernkurve dreier AssistenzärztInnen (1m/2w, Alter 26–29 J.) mit einer Berufserfahrung von 20–29 Monaten evaluiert. Alle Eingriffe wurden an einem Modulith-Röntgentisch (SLX-F2 „connect“ (STORZ MEDICAL AG)) durchgeführt, hier automatisierte Datenerfassung mittels EasyDoseQM. Es erfolgte die Analyse radiologischer (Dosis- Flächen- Produkt (DFP), Durchleuchtungszeit (DLZ), Anzahl an Expositionen) und klinischer Parameter als objektive Surrogatmarker für die operative Expertise.

Ergebnisse: Von 861 Eingriffen (88,6% als HauptoperateurIn) entfielen 54,0% auf DJ-, 18,2% auf Nephrostomie- und 15,1% auf MJ-Anlagen/Wechsel sowie 12,7% auf Ureterorenoskopien (URS). Das PatientInnen-Kollektiv (41,6% w) wies ein Durchschnittsalter von 62,1 Jahren und einen BMI von 27,9 kg/m2 auf. Intraoperativ ergab sich durchschnittlich eine DLZ von 1,0 min., bei 18,1 Expositionen und einem DFP von 55,1 cGy⋅cm2. Während bei komplexeren Eingriffen wie URS eine Lernkurve mit Reduktion der DLZ (634 s auf 88 s) bei einer OperateurIn messbar war, zeigten standardisierte Eingriffe wie Harnleiterschienen bereits initial ein stabiles Plateau (DLZ 20–40 s) bei konstanten 19–20 Expositionen. Das DFP wies die höchste Variabilität ohne stabiles Lernkurven-Modell auf. Die Komplikationsrate betrug ingesamt 3,7% (davon 89,5% Clavien-Dindo I/II).

Schlussfolgerung: Es kann geschlussfolgert werden, dass die endourologische Lernkurve primär durch die radiologische Effizienz (Reduktion der DLZ) und weniger durch die Einsparung von Einzelbildern oder die Reduktion der Gesamtdosis charakterisiert ist. Bei komplexeren Eingriffen wie URS ist hier eine deutliche Lernkurve messbar. Das initiale endourologische Spektrum wird primär durch Harnleiterschienen-Anlagen und - Wechsel und Ureterorenoskopien geprägt; diese Eingriffe sind schnell selbstständig und sicher durchführbar.