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52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie


06.-08.05.2026
Würzburg

Meeting Abstract

Kontemporäre Anwendung, Detektionsraten und onkologische Ergebnisse von verschiedenen Staging-Verfahren beim Prostatakarzinom im mittleren Risikoprofil – eine Real World Analyse

Tobias Maurer - Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Martini-Klinik, Hamburg, Deutschland
Ben Frederik Hartwieg - Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Martini-Klinik, Hamburg, Deutschland
Christopher Kniep - Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Martini-Klinik, Hamburg, Deutschland
Philipp Mandel - Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Martini-Klinik, Hamburg, Deutschland; Universität Frankfurt, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland
Mike Wenzel - Universität Frankfurt, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland
Fabian Falkenbach - Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Martini-Klinik, Hamburg, Deutschland
Lars Budäus - Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Martini-Klinik, Hamburg, Deutschland; Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Klinik für Urologie, Hamburg, Deutschland
Alexander Haese - Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Martini-Klinik, Hamburg, Deutschland
Georg Salomon - Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Martini-Klinik, Hamburg, Deutschland; Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Klinik für Urologie, Hamburg, Deutschland
Thomas Steuber - Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Martini-Klinik, Hamburg, Deutschland; Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Klinik für Urologie, Hamburg, Deutschland
Markus Graefen - Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Martini-Klinik, Hamburg, Deutschland
Derya Tilki - Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Martini-Klinik, Hamburg, Deutschland; Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Klinik für Urologie, Hamburg, Deutschland
Felix Preisser - Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Martini-Klinik, Hamburg, Deutschland; Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Klinik für Urologie, Hamburg, Deutschland

Text

Einleitung: Gerade im mittleren Risikobereich eines Prostatakarzinoms ist der Nutzen von Staging-Untersuchungen bisher nur unzureichend definiert, so dass sich hier uneinheitliche Leitlinien-Empfehlungen finden. Ziel der Arbeit war daher, in einem kontemporären Patientenkollektiv die Anwendung, Detektionsraten und die onkologischen Ergebnisse zu evaluieren.

Methodik: Wir identifizierten Prostatakarzinompatienten mit günstigem bzw. ungünstigem mittlerem Risikoprofil (nach NCCN) in unserer institutionellen Datenbank, die sich zwischen 2015 und 2021 einer radikalen Prostatektomie unterzogen. Einsatz verschiedener Staging-Verfahren über die Jahre, Detektionsraten im Vergleich zur postoperativen Histologie als auch das biochemisch- bzw. metastasen-freie Überleben wurden analysiert.

Ergebnisse: Insgesamt konnten 9.512 Patienten (37,4% günstiges, 62,6% ungünstiges mittleres Risikoprofil) analysiert werden, wovon 42,0% mindestens eine Staging-Untersuchung erhalten hatten mit einem höheren Anteil bei ungünstigem mittlerem Risikoprofil (48,5% vs. 31,0%, p<0,001). Die Detektionsraten für lokoregionäre oder metastatische Streuung in konventioneller Bildgebung waren insgesamt sehr niedrig (0–2,0%) und erreichten selbst für die PSMA-PET nur maximal 5,0%. Die Prävalenz von Knochenmetastasen im Patientenkollektiv war äußerst niedrig (<1%), unabhängig vom eingesetzten Verfahren. Histologisch zeigten sich bei 7,8% (624 von 8.043 Patienten) Lymphknotenmetastasen bei pelviner Lymphadenektomie. Es zeigte sich eine niedrige Sensitivität für das Vorhandensein einer pelvinen Lymphknotenmetastasierung (PSMA-PET 13%, MRT 8,3% und CT 0,9%). Einzig für PSMA-PET zeigte sich ein prognostischer Zusammenhang zwischen Untersuchungsergebnis und biochemisch- bzw. metastasen-freiem Überleben.

Schlussfolgerung: Die geringe Sensitivität aller Bildgebungsverfahren zur Detektion von Lymphknotenmetastasen sowie die sehr niedrige Inzidenz von Knochenmetastasen sprechen gegen ein routinemäßiges konventionelles Staging in dieser Patientengruppe. Eine kritischere Nutzung bildgebender Verfahren wäre daher aus gesundheitsökonomischen Gründen zu begrüßen. Einzig die PSMA-PET könnte in ausgewählten Fällen in Erwägung gezogen werden, obwohl auch ihre Rolle bei Prostatakarzinompatienten im mittleren Risikoprofil eingeschränkt ist.