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66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.

Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie e. V.
10.-13.06.2026
Koblenz

Meeting Abstract

Frühkontinenz nach roboterassistierter radikaler Prostatektomie: Retzius-sparing versus konventionelle RARP – Ergebnisse einer Matched-Pair-Analyse

Philipp Mandel - Martini-Klinik, Hamburg, Deutschland; Klinik für Urologie, Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt, Deutschland
N. Heckmann - Martini-Klinik, Hamburg, Deutschland
F. Preisser - Martini-Klinik, Hamburg, Deutschland
A. Haese - Martini-Klinik, Hamburg, Deutschland
P. Tennstedt - Martini-Klinik, Hamburg, Deutschland
M. Graefen - Martini-Klinik, Hamburg, Deutschland

Text

Einleitung: Die Retzius-sparing RARP (RS-RARP) soll die Frühkontinenz nach radikaler Prostatektomie verbessern. Ziel dieser Analyse ist die Evaluation funktioneller und perioperativer Ergebnisse in einer gematchten Vergleichskohorte ein Jahr nach Einführung der Technik in unserer Institution.

Methode: Retrospektive Matched-Pair Analyse (1:1) einer Single-Center-, Single-Surgeon-Kohorte konsekutiver Patienten mit lokalisiertem oder lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom, die mittels RS- oder klassischer RARP operiert wurden. Das Matching erfolgte mittels Nearest-Neighbor-Methode anhand präoperativer Charakteristika. Primärer Endpunkt war die Kontinenzrate (EPIC-26) nach 4 Wochen und 6 Monaten. Sekundäre Endpunkte waren OP-Dauer, Blutverlust, Komplikationen (Clavien-Dindo ≥ IIIa) und R1-Rate.

Ergebnisse: Nach dem Matching von 287 Patienten (56 RS-RARP, 231 konventionell) ergaben sich 56 Paare. Präoperative Parameter waren weitgehend ausgeglichen, bei jedoch höherem pT2-Anteil bei RS-RARP (82% vs. 55%; p<0,01). Die Frühkontinenzrate (0–1 Sicherheitsvorlagen) 4 Wochen nach OP war nach RS-RARP signifikant höher (84,6% vs. 55,3%; p<0,01). Nach 6 Monaten lag die Kontinenz bei 100% vs. 90,0% (p=0,02), alle RS-RARP-Patienten waren nach 3 Monaten kontinent.

OP-Dauer und Blutverlust und Komplikationsrate waren vergleichbar. Die R1-Rate betrug je 12,5%, bei jedoch signifikant höherem pT3-Anteil in der konventionellen Gruppe.

Schlussfolgerung: In unserer gematchten Kohorte war die RS-RARP mit einer deutlich besseren Frühkontinenz assoziiert, bei adäquater R1- und Komplikationsrate. Die Ergebnisse sprechen für einen selektiven Einsatz bei z.B. älteren Patienten zur Optimierung funktioneller Frühresultate bei ausreichender onkologischer Sicherheit.