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66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.

Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie e. V.
10.-13.06.2026
Koblenz

Meeting Abstract

Seltene Differentialdiagnose einer pelvinen Raumforderung – die Nebenmilz

Abdulmouti Karmo - SRH Klink Sigmaringen, Klinik für Urologie, Sigmaringen, Deutschland
M. Rauthmann - SRH Klink Sigmaringen, Klinik für Urologie, Sigmaringen, Deutschland
Z. Varga - SRH Klink Sigmaringen, Klinik für Urologie, Sigmaringen, Deutschland

Text

Einleitung: Wir berichten über eine seltene Differentialdiagnose einer pelvinen Raumforderung durch akzessorisches Milzgewebe. Eine Nebenmilz ist eine gutartige und asymptomatische Erkrankung. Es ist eine häufige Anomalie und bei 10–30% der Bevölkerung nachweisbar. Etwa 75% aller akzessorischen Milzen befinden sich im Milzhilus, die nächsthäufigste Lokalisation für akzessorisches Milzgewebe ist in der Nähe des Pankreasschwanzes (20%). Die restlichen 5% des akzessorischen Milzgewebes können in den Ligamenta gastrosplenica, den Ligamenta lienorenalia, der Magenwand, der Darmwand, dem Omentum majus oder dem Mesenterium nachweisbar sein. Eine Rarität ist der Nachweis im Becken oder Skrotum (splenogonadale Fusion). Von der akzessorischen Nebenmilz muss die Splenose eine andere Form von ektopen Milzgewebe unterschieden werden. Eine Splenose entsteht durch ein Trauma, bei dem sich ein Teil der Milz ablöst und sich an anderer Stelle in der Bauchhöhle einnistet.

Methode: 50 Jähriger Patient der bei Z.n. Leistenhernien-OP rechts 2023 weiterhin pelvine Schmerzen angab und ein MRT-Becken veranlasst wurde. Es fand sich zwei direkt benachbarter je 2 cm Querdurchmesser messende solide Formationen hinter der Harnblase. Der Patient wurde zur histologischen Sicherung zwecks Biopsie vom Urologen vorgestellt. Nach Durchführung einer pelvinen und transrektalen Sonografie wurde die TRUS-Biopsie unter antibiotischer Abdeckung (Rektalabstrich) in Analgosedierung mit Entnahme von 3 Stanzzylinder durchgeführt.

Ergebnisse: Komplikationslose ambulante Biopsie. Histologisch fanden sich zahlreichen enthaltenen lymphocytoiden Zellen unter Ausbildung einzelner Lymphfollikel innerhalb einer abgekapselten Läsion sowie benachbart zahlreiche sind auch größerkalibrige und dickwandige, ansonsten regelrecht konfigurierte Gefäße. Kein Anhalt für eine epitheliale Neoplasie, keine Strukturen eines seminomatösem Tumors. V.a. Nebenmilz. Der Befund wurde referenzpathologisch bestätigt.

Schlussfolgerung: Aufgrund der Biopsie lässt sich nicht zwischen zwei echten akzessorischen Nebenmilzen und einer Splenose differenzieren, zumal der Patient anamnestisch im Alter von 8 Jahren ein abdominelles Trauma mit „mehrfachen“ Bauchoperationen angegeben hat. Als Ursache der beklagten pelvinen Schmerzen kommen sie nicht in Frage, eine chirurgische Entfernung ist nicht erforderlich.