188. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte
188. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte
Wirksamkeit und Sicherheit der Ab-interno-Kanaloplastik beim Offenwinkelglaukom
Text
Ziel: Untersuchung der Ergebnisse einer interventionellen Glaukombehandlung mittels Kanaloplastik ab interno im Frühstadium des Glaukoms.
Methoden: Diese retrospektive monozentrische Studie schloss Patienten mit mildem bis moderatem Offenwinkelglaukom (OAG) ein, bei denen eine Ab-interno-Kanaloplastik (ABiC) mit dem iTrack Advance (Nova Eye Medical) mit oder ohne kombinierter Phakoemulsifikation durchgeführt wurde. Primäre Endpunkte waren der Augeninnendruck (IOD) und die Anzahl der Glaukommedikamente bei den Nachsorgeterminen nach 12, 24 Monaten und zum letzten verfügbaren Follow-up (LFU). Sekundäre Endpunkte umfassten den Anteil der Augen mit Zielwerten des IOD, Medikationsfreiheit sowie Erfolgsraten gemäß den Kriterien der American Academy of Ophthalmology (AAO).
Ergebnisse: Insgesamt wurden 98 Augen von 60 Patienten (mittleres Alter: 71,4±7,0 Jahre) eingeschlossen, mit einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 19,0±5,7 Monaten. Der mittlere IOD (mmHg) sank signifikant von 18,3±4,3 zu Beginn (n=98) auf 14,2±3,1 nach 12 Monaten (n=93), 14,1±3,3 nach 24 Monaten (n=67) und 14,6±3,2 beim LFU (p<0,001). Die durchschnittliche Anzahl an Glaukommedikamenten sank von 1,9±0,8 zu Beginn auf 0,1±0,5 nach 12 und 24 Monaten sowie 0,1±0,4 beim LFU (p<0,001). Beim LFU erreichten 89% der Augen einen IOD≤18 mmHg, während 95% medikamentenfrei waren – verglichen mit keinem Auge zu Studienbeginn. Die Erfolgsraten lagen bei 81% für kombinierte Kanaloplastik und Phakoemulsifikation (n=90) sowie 50% für alleinige Kanaloplastik (n=8). Der durchschnittliche Gesichtsfeld-Mean-Deviation betrug zu Beginn −1,90±2,8 dB und blieb beim LFU stabil (p=0,439). Postoperativ traten in zwei Fällen vorübergehende IOD-Spitzen (≥30 mmHg) auf. Es gab keine schwerwiegenden Komplikationen und keine Notwendigkeit für zusätzliche Glaukomoperationen.
Schlussfolgerung: Die interventionelle Behandlung mit iTrack Advance-Kanaloplastik zeigte bei frühem OAG ein hohes Sicherheitsprofil und eine effektive IOD-Kontrolle mit nahezu vollständiger Reduktion der Medikamentenabhängigkeit bis zu 24 Monate postoperativ.



