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188. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte
06.-07.02.2026
Bochum

Meeting Abstract

Histologische Auswertung nach Photoactivated Chromophore Corneal Cross-Linking

Louisa Bulirsch - Bonn
K.U. Löffler - Bonn
G. Geerling - Düsseldorf
J. Menzel-Severing - Bonn
F.G. Holz - Bonn
M.C. Herwig-Carl - Bonn

Text

Hintergrund: Das Photoactivated Chromophore Corneal Cross-Linking (PACK-CXL) wird zur Behandlung infektiöser Keratitiden angewendet. Nach der Applikation von Riboflavin erfolgt anschließend eine Bestrahlung der Hornhaut mit UV-A Licht, wodurch eine Stabilisierung der Hornhaut und ein Abtöten der Erreger (zum Beispiel Pilze oder Bakterien) erreicht werden soll.

Methode: Acht Hornhauttrepanate nach perforierender Keratoplastik (pKPL) und PACK-CXL bei infektiöser Keratitis wurden histologisch untersucht. Die Behandlung erfolgte nach dem Dresdener Protokoll. Es erfolgte eine Auswertung der Schnitte anhand der Haematoxylin-Färbung und PAS-Reaktion nach Ausprägung des Keratozyten- und Endothelverlusts sowie dem Verbleib von Krankheitserregern im Gewebe.

Ergebnis: Gründe für die Durchführung des PACK-CXL und der pKPL waren eine Pilzkeratitis (n=4), ein bakterielles Hornhautulkus (n=2), ein neurotrophes Ulkus nach Herpes zoster (n=1) und ein Hornhautulkus bei rheumatoider Arthritis (n=1). Die mittlere Zeitspanne zwischen der Durchführung des PACK-CXL und der pKPL betrug 2,26 Wochen (Spanne: 2 Tage bis 6 Wochen). Es zeigte sich nur in einem Fall ein Keratozytenverlust. Jedoch sahen wir in allen Fällen einen Endothelzellverlust. In 3 von 4 Hornhäuten zeigten sich auch nach PACK-CXL persistierende Pilzhyphen.

Schlussfolgerung: Das PACK-CXL ist eine Therapieoption in der Behandlung von Keratitiden. Insbesondere bei der Behandlung von Pilzkeratitiden können Erreger nach PACK-CXL persistieren. Der beobachtete Endothelzellverlust in allen untersuchten Präparaten, der in pKPL-Präparaten von Keratokonus-Patienten nach CXL nicht zu beobachten ist, deutet auf eine erhöhte Sensibilität des Endothels für UV-Schäden bei den behandelten Krankheitsbildern hin.