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188. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte
06.-07.02.2026
Bochum

Meeting Abstract

Femtolaser-assistierte versus manuelle tiefe anteriore lamelläre Keratoplastik (DALK)

Nicola Otto - Düsseldorf
F. Steindor - Düsseldorf
T.G. Seiler - Düsseldorf
G. Geerling - Düsseldorf

Text

Ziel der Arbeit: Ziel dieser Studie war der Vergleich von Ergebnissen zwischen der Femtosekundenlaser-assistierten tiefen anterioren lamellären Keratoplastik (f-DALK) und manuellen tiefen anterioren lamellären Keratoplastik (m-DALK).

Material und Methoden: Es erfolgte eine monozentrische, retrospektive Analyse aller Patient:innen, die zwischen 2013 und 2023 an der Augenklinik des Universitätsklinikums Düsseldorf eine f-DALK oder m-DALK erhielten. In der m-DALK-Gruppe wurde die Operation nach Anwar/Teichmanns „Big-Bubble“-Technik durchgeführt. In der f-DALK-Gruppe wurden sämtliche Schnitte mit dem Femtosekundenlaser angelegt. Der intrastromale Tunnel wurde dabei OCT-gesteuert in einer Tiefe von 30 µm vor der Descemet-Membran platziert. Analysiert wurden die Die Big-Bubble-(BB)-Erfolgsrate, das Auftreten von Mikroperforationen, die Konversionsrate zu einer perforierenden Keratoplastik (PKP), die Operationszeit, das postoperative Auftreten einer doppelten Vorderkammer, Re-Keratoplastiken sowie funktionelle Ergebnisse sechs Wochen, zwölf Wochen und sechs Monate postoperativ.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 103 Augen von 98 Patient:innen eingeschlossen. Davon entfielen 42 Augen von 41 Patient:innen auf die f-DALK-Gruppe und 61 Augen von 58 Patient:innen auf die m-DALK-Gruppe. Eine erfolgreiche BB konnte signifikant häufiger in der f-DALK-Gruppe erzielt werden (78,6% vs. 46,4%). Die intraoperativen und postoperativen Komplikationen sowie die Operationsdauer waren in beiden Gruppen vergleichbar: Mikroperforationen traten 19,0% in der f-DALK- und in 16,4% der m-DALK-Fälle auf. Eine Konversion zu einer PKP war in 28,6% bzw. 32,8% der Fälle erforderlich. Bei den erfolgreichen DALKs (f-DALK: n=30, m-DALK: n=41) betrug die Schnitt-Naht-Zeit 118,6±40,7 Minuten vs. 113,6±30,6 Minuten. Eine doppelte Vorderkammer trat bei 26,7% bzw. 34,2% der Patient:innen auf; ein Re-Bubbling war in 23,3% bzw. in 29,3% der Fälle erforderlich. In beiden Gruppen musste jeweils ein Patient (3,3% vs. 2,4%) innerhalb der ersten sechs Monate aufgrund eines Transplantatversagens eine Re-Keratoplastik erhalten. Der bestkorrigierte Fernvisus, das sphärische Äquivalent, Km, Kmax und der Astigmatismus unterschieden sich zu keinem Zeitpunkt signifikant zwischen den Gruppen.

Schlussfolgerung: Die Anwendung des Femtosekundenlasers zur Anlage des intrastromalen Tunnels im Rahmen der DALK führt zu einer höhere Erfolgsraten der Big-Bubble-Formation als die manuelle Methode, bei vergleichbaren intra- und postoperativen Komplikationen, Operationszeiten und funktionellen Ergebnissen.