188. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte
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Wann reicht die Linsen-OP bei Fuchs und Katarakt? Ein Blick auf die ESCRS (ETCF)-Studie
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Für Patientinnen und Patienten mit frühen Formen der Fuchs-Endotheldystrophie (FECD) und gleichzeitiger Katarakt existieren bislang keine klar definierten, evidenzbasierten Kriterien, anhand derer zuverlässig entschieden werden kann, ob eine alleinige Kataraktoperation ausreichend ist oder ob primär ein kombiniertes Vorgehen mit Kataraktoperation und endothelialer Keratoplastik indiziert ist. Insbesondere im frühen Krankheitsstadium bleibt die individuelle Prognose der Hornhautfunktion nach Kataraktoperation unsicher.
Zur Klärung dieser klinisch relevanten Fragestellung wurde eine laufende, von der European Society of Cataract and Refractive Surgeons (ESCRS) geförderte europäische (Zentren in Spanien, Niederlande, Dänemark und Deutschland) Multicenterstudie initiiert. In diese Studie werden Patientinnen und Patienten mit früher FECD, einer zentralen Hornhautdicke von unter 620 µm und ohne morgendliches Verschwommensehen eingeschlossen.
Primäres Outcome ist der postoperative Visus. Zu den sekundären Endpunkten zählen unter anderem die Kontrastsensitivität, die Notwendigkeit einer nachfolgenden Endotheltransplantation nach alleiniger Kataraktoperation sowie patientenberichtete Outcomes (PROMs). Die Ergebnisse dieser Studie sollen dazu beitragen, zukünftige Entscheidungsprozesse zu objektivieren und die operative Strategie bei Patientinnen und Patienten mit früher FECD und Katarakt evidenzbasiert zu optimieren.



