Logo

188. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte
06.-07.02.2026
Bochum

Meeting Abstract

DMEK bei Glaukompatienten – eine retrospektive Analyse der 12-Monats-Überlebensrate der Lamelle

Sofia Fili - Dortmund
Z.E. Armeni - Dortmund
D. Stylianou - Dortmund
E. Kardes - Dortmund
M. Kohlhaas - Dortmund

Text

Ziel: Die Descemetmembran-Endotheliale-Keratoplastik (DMEK) ist der Goldstandard zur Behandlung von Endothelerkrankungen der Hornhaut. Bei Glaukompatienten ist das Transplantatüberleben jedoch durch glaukomatöse Schäden und vorangegangene Glaukomoperationen häufig eingeschränkt. Ziel der Studie war es, die Überlebensrate der DMEK-Lamelle bei Glaukompatienten zu untersuchen und Risikofaktoren für ein Transplantatversagen zu identifizieren.

Methode: In dieser retrospektiven Studie wurden 43 Augen von 43 Glaukompatienten, die zwischen 2017 und 2023 am St. Johannes Hospital Dortmund eine DMEK erhielten, über 12 Monate nachverfolgt. Erfasst wurden demografische Daten, Voroperationen, Endothelzelldichte (EZD), Pachymetrie, bestkorrigierter Visus (BCVA), Komplikationen und Folgeeingriffe.

Ergebnis: 42% der Patienten waren männlich, das Durchschnittsalter betrug 70,8 Jahre. Acht Patienten hatten vor der DMEK bereits glaukombedingte Operationen. Nach 12 Monaten blieb die EZD stabil (p>0,05). Die Pachymetrie nahm im Mittel um 24,76% ab. Eine signifikante Visusverbesserung konnte nicht festgestellt werden (präoperativ: 0,30; 12 Monate postoperativ: 0,33; p>0,05). Drei Patienten (7%) benötigten eine Re-Keratoplastik aufgrund von Hornhautdekompensation. Die Überlebensrate der Lamelle nach 12 Monaten lag bei 66%.

Schlussfolgerung: Die 12-Monats-Überlebensrate der DMEK-Lamelle bei Glaukompatienten liegt mit 66% deutlich unter den Werten von Patienten ohne Glaukom. Vorangegangene glaukomchirurgische Eingriffe stellen einen relevanten Risikofaktor für das Transplantatüberleben dar. Trotz stabiler EZD und verbesserter Pachymetrie konnte kein signifikanter Visusgewinn erzielt werden. Die erhöhte Rate an Folgeeingriffen verdeutlicht die Komplexität dieser Patientengruppe. Eine sorgfältige präoperative Risikoabschätzung sowie engmaschige postoperative Kontrolle sind essenziell.