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Deutscher Rheumatologiekongress 2026

54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 36. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
09.-12.09.2026
Leipzig

Meeting Abstract

Januskinase-Inhibition mit Tofacitinib oder Baricitinib bei juveniler idiopathischer Arthritis: Ergebnisse aus dem BiKeR-Register unter Alltagsbedingungen

Angela Zimmer - Asklepios Kinderklinik Sankt Augustin, Kinder-Rheumazentrum, Kinder-Rheumatologie, Sankt Augustin, Deutschland
Ariane Klein - Asklepios Kinderklinik Sankt Augustin, Kinder-Rheumazentrum, Kinder-Rheumatologie, Sankt Augustin, Deutschland
Normi Brück - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Klinik und Poliklinik für Kinderheilkunde, Dresden, Deutschland
Frank Dressler - Medizinische Hochschule Hannover, Kinderklinik der MHH, Hannover, Deutschland
Ivan Foeldvari - Kinderrheumatologische Schwerpunktpraxis, Hamburg, Deutschland
Dirk Föll - Universitätsklinikum Münster, Klinik für Pädiatrische Rheumatologie und Immunologie, Münster, Deutschland
Anton Hospach - Olgahospital, Stuttgart, Stuttgart, Deutschland
Markus Hufnagel - Universitätsklinikum Freiburg, Freiburg, Deutschland
Jens Klotsche - DRFZ Berlin, Berlin, Deutschland
Kirsten Minden - DRFZ Berlin, Berlin, Deutschland
Sonja Mrusek - Praxis für Kinder- und Jugendrheumatologie, Baden Baden, Deutschland
Daniel Windschall - Sankt Josef Stift Sendenhorst, Klinik für Kinder- und Jugendrheumatologie, Sendenhorst, Deutschland
Gerd Horneff - Asklepios Kinderklinik Sankt Augustin, Zentrum für Kinderrheumatologie, Sankt Augustin, Deutschland

Text

Einleitung: Tofacitinib und Baricitinib sind Januskinase-Inhibitoren (JAKi), zugelassen für die polyartikuläre juvenile idiopathische Arthritis (pJIA) und die juvenile Psoriasisarthritis; Baricitinib zusätzlich für die enthesitisassoziierte Arthritis. Da Langzeitdaten weiterhin begrenzt sind, erfasst das BiKeR-Register fortlaufend Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit unter Alltagsbedingungen.

Methoden: Eingeschlossen wurden 2- bis 18-jährige JIA-Patienten. Die Krankheitsaktivität wurde bei Therapiestart mit Tofacitinib oder Baricitinib und nach 3, 6, 12 und 24 Monaten unter Therapie beurteilt. Die Sicherheit wurde anhand der Meldungen unerwünschter Ereignisse (AE) analysiert, insbesondere medizinisch bedeutsame Infektionen, Herpes zoster, opportunistischer Infektionen, Thrombosen und Therapieabbrüche. Für die Sicherheitsbewertung galt ein 90-Tage-Risikofenster nach Therapieende.

Ergebnisse: Ausgewertet wurden 120 Patienten mit 142,9 Patientenjahren unter Tofacitinib und 36 Patienten mit 51,5 Patientenjahren unter Baricitinib. In der Tofacitinib.Kohorte wurden 94,2% mit Methotrexat, 83,3% mit mindestens einem biologischen DMARD vorbehandelt. Hier sank der mittlere JADAS10 von 11,3 auf 5,4, 4,3, 3,8 und 1,9; der CHAQ-DI verbesserte sich von 0,6 auf 0,4, 0,3, 0,2 und 0,3. Ärztliche Gesamtbeurteilung und Zahl aktiver Gelenke gingen ebenfalls deutlich zurück. PedACR90 wurde bei 20,0%, 39,3%, 39,6% und 47,4% erreicht; eine ACR-definierte Remission bei 32,9%, 28,4%, 47,2% und 50,0%. In der Baricitinib-Kohorte waren 86,1% mit Methotrexat und 75,0% mit biologischen DMARDs vorbehandelt. Hier sank der mittlere JADAS10 von 13,9 auf 6,9, 4,5, 5,1 und 0,4; der CHAQ-DI von 0,6 auf 0,3, 0,2, 0,2 und 0,4. Auch hier verbesserten sich ärztliche Gesamtbeurteilung und Zahl aktiver Gelenke. PedACR90 lag bei 18,8%, 22,2%, 38,5% und 42,9%, die ACR-definierte Remission bei 22,2%, 47,6%, 42,9% und 100%.

Es wurden 146 AE unter Tofacitinib (4 ernsthaft; 102,2/100 Patientenjahre) und 46 AE unter Baricitinib (1 ernsthaft; 89,4/100 Patientenjahre) erfasst. Die Therapie wurde bei 39,2% bzw. 36,1% beendet, meist wegen unzureichender Wirksamkeit bzw. auf Patientenwunsch. Schwere oder opportunistische Infektionen, Herpes-zoster-Reaktivierungen und Thrombosen traten in keiner Kohorte auf.

Schlussfolgerung: Beide JAKi zeigten trotz vielfacher Vortherapien klinisch relevante Verbesserungen ohne neue Sicherheitssignale. Aufgrund der kleinen Fallzahl ist eine weitere Rekrutierung wünschenswert.

Tabelle 1 [Tab. 1]

Tabelle 1: Basisparameter