Deutscher Rheumatologiekongress 2026
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T2T: Inaktive Erkrankung bei polyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis unter Biologika und JAK-Inhibitoren – Analyse des BIKER-Registers
Text
Einleitung: Biologika und Januskinase-Inhibitoren (JAK-Inhibitoren) haben die Behandlung der polyartikulären juvenilen idiopathischen Arthritis (pJIA) wesentlich verbessert. Ziel dieser Analyse war es, in einer großen Registerkohorte das Erreichen einer inaktiven Erkrankung unter Therapie mit Biologika oder JAK-Inhibitoren zu untersuchen und den Einfluss von Substanzwahl, Krankheitsdauer sowie Behandlungszeitraum zu analysieren.
Methoden: Es wurde eine retrospektive Kohortenanalyse unter Verwendung des BIKER-Registers durchgeführt. Eingeschlossen wurden Patienten mit pJIA, die zwischen 2000 und 2025 eine Therapie mit Abatacept, Adalimumab, Etanercept, Tocilizumab oder Tofacitinib begonnen hatten.
Subanalysen untersuchten den Einfluss der Krankheitsdauer bis zum Beginn der ersten zielgerichteten Therapie sowie des Behandlungszeitraums auf das Erreichen einer Remission.
Der Krankheitsaktivitätsscore JADAS10 (aktive Gelenke ≤10, ärztliche und patientenbezogene globale Einschätzung sowie normierter Entzündungsparameter) wurde zur Bewertung der Krankheitsaktivität verwendet [1]. Outcomeparameter waren JADAS10 ≤2,7 sowie eine inaktive Erkrankung ohne systemische Kortikosteroide.
Die Analyse erfolgte deskriptiv. Basischarakteristika sind in Tabelle 1 [Tab. 1] dargestellt.
Tabelle 1: Baseline-Charakteristika der Patienten mit polyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis bei Beginn der Therapie mit Biologika oder JAK-Inhibitoren
Ergebnisse: Insgesamt wurden für diese Analyse 3.553 Therapieeinleitungen analysiert. Eine inaktive Erkrankung wurde bei 57%/61%/62% nach 12/24/36 Monaten unter Therapie mit Biologika oder JAK-Inhibitoren erreicht. 53%/57%/60% erreichten eine inaktive Erkrankung ohne Kortikosteroide zu Monat 12/24/36. Das Erreichen einer inaktiven Erkrankung zu Monat 12/24/36 war in den Kohorten, die mit Abatacept, Adalimumab, Etanercept, Tocilizumab oder Tofacitinib behandelt wurden, vergleichbar (56–62%/56%–72%/59–77%) (Abbildung 1A [Abb. 1]). Ein Vergleich nach Krankheitsdauer (<1 Jahr/1–2 Jahre/2–4 Jahre/>4 Jahre) zeigte höhere Raten inaktiver Erkrankung bei Patienten mit einer Krankheitsdauer <1 Jahr (65%/70%/68% nach 12/24/36 Monaten) im Vergleich zu Kohorten mit längerer Krankheitsdauer (Abbildung 1C [Abb. 1]). Deutliche Unterschiede ergaben sich beim Vergleich der Zeitkohorten (Therapiebeginn 2000–2004/2005–2009/2010–2014/2015–2019/2020–2025). Jüngere Kohorten zeigten ein besseres Ansprechen nach 12 Monaten (70% vs. 39%) und nach 24 Monaten (81% vs. 45%).Im Zeitverlauf zeigte sich bei Therapiebeginn eine kontinuierliche Abnahme der Krankheitsdauer sowie der mittleren Krankheitsaktivität (JADAS10) in den jüngeren Kohorten (Abbildung 1B [Abb. 1]).
Abbildung 1: Erreichen einer inaktiven Erkrankung bei Patienten mit polyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis jeweils mit und ohne Begleittherapie mit Glukokortikoiden (A) Analyse der Gesamtkohorte hinsichtlich des Erreichens einer inaktiven Erkrankung (ABA=Abatacept, ADA=Adalimumab, ETA=Etanercept, TOC= Tocilizumab, TOF=Tofacitinib) (B) Remissionsrate abhängig vom Zeitraum des Beginns der ersten Biologika- oder JAK-Inhibitor-Therapie 2000-2005 n=266; 2005-2010 n=551; 2010-2015 n=1030; 2015-2020 n=1106; 2020-2025 n=559 (C) Remissionsrate abhängig von der Krankheitsdauer bis zum Beginn der ersten Biologika- oder JAK-Inhibitor-Therapie
Schlussfolgerung: In dieser großen pJIA-Kohorte konnte unter Therapie mit Biologika und JAK-Inhibitoren bei einem relevanten Anteil eine inaktive Erkrankung erreicht werden. Dabei war kein wesentlicher Einfluss der gewählten Therapie (Abatacept, Adalimumab, Etanercept, Tocilizumab oder Tofacitinib) erkennbar. Bessere Ergebnisse bei kürzerer Krankheitsdauer bei Therapiebeginn unterstützen die Hypothese eines möglichen „window of opportunity“. Die günstigeren Verläufe in den jüngeren Kohorten sprechen für eine Verbesserung der Versorgungssituation im Zeitverlauf.
Offenlegungserklärung: C. Hillekamp: Reisegelder von AbbVieG. Horneff: Forschungsförderung von AbbVie, Boehringer, Celgene, Chugai, GSK, Janssen, MSD, Novartis, Pfizer, Roche, Sanofi, Sobi.



