Deutscher Rheumatologiekongress 2026
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Rezidivierende passagere Coxitis und Coxalgie bei Nachweis einer Variante unklarer Signifikanz im TBK1-Gen (homozygot) und MEFV-Gen (heterozygot)
Text
Einleitung: 17-jährige Jugendlicher mit seit dem 6. Lebensjahr rezidivierender, passagerer Coxalgie mit wiederholten Verdacht auf Coxitis fugax, initial ca. einmal/ Jahr, dann Schubhäufung mit mehreren Episoden pro Jahr. Die Symptomatik ist immer spontan rückläufig durch Einnahme von NSAR innerhalb von wenigen Tagen. Die Symptomatik ist nie mit Fieber oder anderen Symptomen assoziiert.
Familienanamnese: Eltern sind beide türkischer Abstammung und Cousin und Cousine, die drei älteren Geschwister des Patienten sind gesund, Eltern beide mit multiplen Beschwerden/Schmerzen.
Methoden: Labor: bei Koxitis CRP maximal 18 mg/l, Serum Amyloid A (SAA) im Schub erhöht mit maximal 66 mg/l, VWF: Ag negativ unauffällige Werte: ANA, RF, CCP- Antikörper, HLA- B27, CK, GPT, CRP.
Gelenksonografie Hüfte: 10/2025 Gelenkerguss 5 mm, im schubfreien Intervall keine Koxitis
MRT-Untersuchungen Hüfte rechts: wiederholt unauffällig
Humangenetische Untersuchung: 10/2024: Nachweis einer Variante unklarer Signifikanz (VUS) im MEFV- Gen heterozygot c.2085G>C p(Lys695Asn)
Trio- Genomsequenzierung 11/2025 2024 im Rahmen des „des Modellvorhaben Genomsequenzierung: Nachweis einer Variante unklarer Signifikanz (VUS) im TBK1- Gen (homozygot)
Methode MV: Die Sequenzierung des gesamten Genoms erfolgte mittels einem Illumina NovaSeq X Plus-Sequenzer. Die Datenanalyse wurde intern mit megSAP durchgeführt und die Varianteninterpretation folgte den aktuellen ACMG/AMP-Richtlinien. Zur Variantenbewertung wurde die GSVar-Software verwendet. In den Trio-Analysen wurde vor der Analyse ein spezifischer Trio-Filter auf Basis von Begriffen der Human Phenotype Ontology (HPO) angewendet. De-novo-Varianten, biallelische Varianten, die von beiden Elternteilen vererbt werden wurden hemizygote Varianten, die bei männlichen Probanden von der Mutter vererbt wurden priorisiert.
Therapie: Naproxen bei Koxalgie/Koxitis für wenige Tage Beginn mit Colchicin (1,5 mg/Tag), Beginn 11/2025
Schlussfolgerung: Das Modellvorhaben Genomsequenzierung (MV) hat zum Ziel, die Genomsequenzierung als festen Bestandteil der klinischen Routinediagnostik im nationalen Gesundheitssystem zu etablieren. Bei unserem Patienten wurde im Rahmen des MV eine Variante unklarer Signifikanz (VUS) im TBK1-Gen (homozygot) detektiert.
Homozygote oder gemischt heterozygote krankheitsursächliche Varianten im TBK1-Gen wurden unter anderen mit Autoinflammation mit Arthritis und Vaskulitis assoziiert (MIM620880). Außerdem wurde eine Variante unklarer Signifikanz (VUS) im MEFV- Gen ebenfalls bei beiden Elternteilen jeweils in heterozygoter Form nachgewiesen. Aufgrund der Datenlage wird die Variante als VUS gewertet, allerdings wurde diese Variante in der Literatur auch bei Patienten mit Familliärem Mittelmeerfieber (FMF) beschreiben (PMID: 24469716, 21413889). In einer interdisziplinären Fallkonferenz mit den Kollegen der Humangenetik wurde ein probatorischer Therapieversuch mit Colchicin empfohlen.
Offenlegungserklärung: Reisekostenerstattung und Vortragshonorar durch Novartis



