Deutscher Rheumatologiekongress 2026
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Signifikante Aktivierung von dendritischen Zellen (DC) in Blut und Haut von Patient/Innen mit Skleromyxödem
Text
Einleitung: Das Skleromyxödem ist eine sehr seltene muzinöse Erkrankung unklarer Ätiologie. Betroffene Patient/Innen leiden unter systemischen Symptomen wie Fieber, einer monoklonalen Gammopathie sowie multiplen Organbeteiligungen mit progressiver Hautfibrose und Raynaud Syndrom. Eine Behandlung mit intravenösen Immunglobulinen (IVIG) kann den Krankheitsprogress verlangsamen, die zugrundeliegende systemische und lokale Entzündung ist jedoch bisher nicht ausreichend verstanden. In dieser Studie wurden Blut- und Haut-infiltrierende Immunzell-Subtypen isoliert und charakterisiert.
Methoden: Periphere mononukleäre Zellen des Blutes (PBMC) und Haut-Stanzbiopsien von Patient/Innen unseres Zentrums (n=4), sowie gesunder Proband/Innen (n=11-16) wurden gesammelt. Zum weiteren Vergleich zugrundeliegender inflammatorischer Immunantworten wurden Proben von Patient/Innen mit Systemischer Sklerose (SSc, n=9-16) in die Analysen inkludiert. PBMC und Immunzellen der Haut wurden mittels Multifarben Spektral-Durchflusszytometrie untersucht.
Ergebnisse: Alle vier Patient/Innen mit Skleromyxödem (50% weiblich) leiden unter einer progredienten Hautfibrose, einer begleitenden monoklonalen Gammopathie und werden mit IVIG behandelt. Einer der Patienten erhält zusätzlich Azathioprin bei Arthritis. Die Kontrollpatient/Innen mit SSc wurden in Abhängigkeit der Organbeteiligungen mit Immunmodulatoren behandelt (Hydroxychloroquin 25%, MMF 25%, MTX 18,8%, Azathioprin 12,5%, niedrig-dosierte Glukokortikoide 37,5%) oder mit Nintedanib (12,5%) bzw. Iloprost (62,5%).
Während Patient/Innen mit SSc im Vergleich zu gesunden Kontrollproband/Innen eine erhöhte Frequenz zirkulierender Monozyten und eine erhöhte CD4/CD8 T-Zellratio zeigten, war die PBMC Zusammensetzung von Patient/Innen mit Skleromyxödem so wie bei den Kontrollen. Allerdings zeigten praktisch alle Subtypen von dendritischen Zellen (DC) im Blut von Patient/Innen mit Skleromyxödem eine erhöhte Expression der Aktivierungsmarker CD40 und CD86. In der Haut zeigte sich bei Patient/Innen mit SSc und mit Skleromyxödem eine erhöhte Frequenz von Mastzellen bei zeitgleich deutlich reduzierter Frequenz von CD4+ T-Zellen. Im Gegensatz zur SSc zeigten sich beim Skleromyxödem infiltrierende DC Subtypen, sowie die auf CD4+ T-Zell Interaktion spezialisierten CD1c+ DC, nicht jedoch andere Haut-residente DCs (CD141+ DC, Langerhans Zellen) signifikant aktiviert.
Schlussfolgerung: Diese Studie zeigt erste Erkenntnisse zu systemischen und lokalen Entzündungsreaktionen bei Patient/Innen mit Skleromyxödem. DC, als Zellen der angeborenen Immunität, spielen dabei eine zentrale Rolle und können nach Aktivierung sowohl systemische, als auch lokale Entzündung nach Infiltration in betroffene Hautareale entscheidend modulieren. Eine zielgerichtete Therapie von DC könnte entsprechend eine neue Therapiestrategie bei Patient/Innen mit Skleromyxödem darstellen.
Offenlegungserklärung: Alle Autoren erklären keinen finanziellen Interessenskonflikt in Hinblick auf diese Studie zu haben.



