Deutscher Rheumatologiekongress 2026
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Subklinische Entzündung bei SLE-Patient:innen mit Arthralgien: Eine vergleichende bildgebende Studie unter Verwendung von muskuloskelettaler Sonographie und fluoreszenzoptischer Bildgebung
Text
Einleitung: Gelenkbeschwerden (Arthralgien) beim systemischen Lupus erythematodes (SLE) sind ein häufig berichtetes Symptom, allerdings aufgrund von Unterschieden in der klinischen Gelenkuntersuchung, den von Patient:innen berichteten Symptomen und Krankheitsaktivitätsscores schwer zu objektivieren. Muskuloskelettaler Ultraschall (MSUS) dient zur Objektivierung einer entzündlichen Gelenkbeteiligung, während die Bedeutung der vermehrten Signalintensität in der fluoreszenzoptischen Bildgebung (FOI) noch unklar ist.
Ziele: Untersuchung des Zusammenhangs zwischen phasenspezifischen FOI-Signalen, MSUS-Befunden, klinischer Untersuchung sowie laborchemischen Entzündungs- und Aktivitätsmarkern bei SLE-Patient:innen mit Arthralgien ohne klinisch manifeste Gelenkschwellung.
Methoden: In dieser Beobachtungsstudie unterzogen sich 39 Patient:innen mit SLE unter stabiler Therapie seit ≥ 4 Wochen einer standardisierten MSUS-Untersuchung der Hände (Handgelenk, MCP/(P)IP1–5) und Füße (MTP1–5) in B-Bild- (GSUS) und Power-Doppler-Modus (PDUS), sowie einer FOI beider Hände mit Quantifizierung der phasenspezifischen Signalintensitäten (PrimaVistaMode, Phase 1–3). Zu den klinischen Endpunkten zählten die Anzahl druckschmerzhafter Gelenke, die von Patient:innen und Ärzten berichtete Krankheitsaktivität sowie der Funktionsstatus (HAQ). Laborparameter, einschließlich der Häufigkeit von CD169-positiven Monozyten, wurden erfasst. Es erfolgte die Berechnung von Spearman-Korrelationen und Regressionsanalysen; eine statistische Signifikanz wurde bei p < 0,05 angenommen.
Ergebnisse: Die Charakteristika der eingeschlossenen SLE-Patient:innen werden in der Tabelle 1 [Tab. 1] dargestellt. Die Summenscores für Synovitis und Tenosynovitis im GSUS zeigten positive Korrelationen mit klinischen und Laborparametern. Die GSUS-Synovitis wies eine mäßig starke positive Korrelation mit der Anzahl druckschmerzhafter Gelenke (TJC-68; Spearman-ρ = 0,41) auf, was in der Regressionsanalyse bestätigt wurde (β = 0,018, p < 0,001). Die GSUS-Tenosynovitis korrelierte positiv mit der BSG (ρ = 0,48) mit einem signifikanten Regressionskoeffizienten (β = 0,024, p < 0,001). Der PDUS zeigte nach Korrektur für multiple Tests nur begrenzte und inkonsistente Zusammenhänge. Die phasenspezifischen FOI-Werte zeigten zwar deutliche Assoziationen, allerdings waren höhere FOI-Signalintensitäten konsistent mit einer geringeren von Patient:innen berichteten Krankheitslast, einer reduzierten funktionellen Beeinträchtigung und einer geringeren Häufigkeit von CD169-positiven Monozyten assoziiert, während sich nur schwache oder fehlende Zusammenhänge mit systemischen Entzündungsmarkern und entzündlichen Veränderungen im MSUS (Synovitis/Tenosynovitis) ergaben.
Schlussfolgerung: Beim SLE ohne klinisch manifeste Arthritis spiegelt der MSUS (insbesondere im B-Bild) in erster Linie eine entzündliche Beteiligung des Bewegungsapparats wider, während FOI-Signale unabhängig von Ultraschall- und serologischen Aktivitätsmaßen zu sein scheinen. FOI erfasst daher möglicherweise besser mikrovaskuläre oder vaskulär-funktionelle Veränderungen als entzündliche Krankheitsaktivität und erscheint hinsichtlich Gelenk-bezogener Entzündungsaktivität nur bedingt aussagekräftig.
Offenlegungserklärung: Ein Teil dieser Arbeit wurde von GlaxoSmithKline (GSK) Pharma finanziell unterstützt. GSK hatte keinen Einfluss auf das Studiendesign, die Patientenauswahl oder die Datenanalyse.




