Deutscher Rheumatologiekongress 2026
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Automatisierte durch künstliche Intelligenz gestützte, sonographische Untersuchung der Hände bei Psoriasisarthritis
Text
Einleitung: PatientInnen mit Psoriasisarthritis (PsoA) zeigen häufig proliferierende und entzündlich destruierende Gelenkveränderungen. Der automatisierte sonographische Untersuchungsroboter ARTHUR wurde zur Erkennung entzündlicher und degenerativer Gelenkveränderungen der Hände entwickelt und vor allem an PatientInnen mit Rheumatoider Arthritis (RA) und Fingerpolyarthrose (FPA) trainiert. Ziel dieser Studie ist die Überprüfung der Zuverlässigkeit der Untersuchung der Hände durch den Ultraschallroboter ARTHUR bei Psoriasisarthritis.
Methoden: ARTHUR bietet ein automatisiertes Scannen und Auswerten der Gelenke der Handgelenke, aller MCP, IP/PiP und wahlweise zusätzlich der DiP Gelenke bezüglich einer Kapselschwellung, Perfusionssteigerung und Osteophyten, Grundlage sind die EULAR-OMERACT-Richtlinien (11 bzw. 15 Gelenke jeder Hand). Als Ultraschallgerät dient ein CANON aplio a mit UHF Ultrabreit Linearsonde 18L7. Durchführung, Abbruchgründe und Zufriedenheit wurden standardisiert erfasst. Die Gelenkbezogenen Befunde wurden durch die automatisierte Untersuchungssoftware, trainierten Untersucher und Experten ausgewertet und verglichen.
Ergebnisse: 1.870 Gelenke von 76 PatientInnen mit PsoA wurden untersucht. Die durchschnittliche Zeit für Untersuchung beider Hände dauert 20 Minuten, werden die DiP mit gescannt 30 Minuten. Die Rate untersuchbarer Gelenke mit guter Bilddokumentation lag bei 97,01%, die Rate befundbarer Gelenke bei 94,6%. Schwierigkeiten bereiteten ausgeprägte Deformierungen. Die Zufriedenheit der Untersuchten war hoch: Von allen untersuchten PatientInnen äußerten niemand Unzufriedenheit. Die Bereitschaft der Teilnehmer, an einer erneuten Untersuchung im Follow-up teilzunehmen, lag bei 99,5%.
Kapselverdickungen/Schwellungen wurden bei 39,13% der Gelenke detektiert, die 3 Gelenke mit der häufigsten Detektion waren MCP2 mit 70,83%, MCP5 mit 56,1%, MCP4 mit 54,9%, die geringste Rate zeigte sich an PIP3 mit 16,2% der Gelenke. Die Übereinstimmung zwischen ARTHUR, trainiertem Untersucher und Experte war gut. Eine gesteigerte Perfusion zeigte sich an nur 0,99% der Gelenke bei guter Übereinstimmung. Degenerative Osteophyten zeigten sich an 9,89% der Gelenke. Am häufigsten betroffen waren MCP2 mit 19,44%, PIP3 mit 16,17% und DIP4 mit 15,15%, die geringste Rate zeigte sich an MCP4 mit 0,7%. Dabei zeigte sich eine deutlich höhere Rate detektierter Gelenke beim Experten als bei trainiertem Untersucher und ARTHUR.
Schlussfolgerung: Die automatisierte Ultraschalluntersuchung ist auch bei PsoA möglich wobei Deformierungen Grenzen setzen. Die automatisierte an RA trainierte Erkennung von Gelenkschwellungen zeigte sich auch bei der PsoA zufriedenstellend einsetzbar. Die erst später ergänzte und weniger trainierte Erkennung von Osteophyten zeigte noch keine ausreichende Sensitivität, die gute Bilddokumentation erlaubte aber eine gute Beurteilbarkeit durch den Experten.
Offenlegungserklärung: Dieses Projekt wurde durch AbbVie Deutschland mit €40.000 finanziell unterstützt.
Abbildung 1 [Abb. 1]
Abbildung 1: Beispiel Normalbefund (MCP-4) und Proliferation mit Kapselschwellung (IP/PIP-1)



