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Jahrestagung Kinderurologie 2026


16.-17.01.2026
Mainz

Meeting Abstract

Minimalinvasive Nephrektomie bei pädiatrischen Patienten mit malignen Neoplasien der Niere. A Matter of Debate

Johannes Weidner - Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, Deutschland
Nagoud Schukfeh - Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, Deutschland
Julia Brendel - Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, Deutschland
Carolin Stiel - Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, Deutschland
Alejandro Daniel Hofmann - Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover, Deutschland

Text

Fragestellung: Die Inzidenz von Nephroblastomen bei Kindern in Deutschland lag im Zeitraum von 1980–2021 laut Deutschem Kinderkrebsregister bei ca. 8–10/1.000.000 Kinder. Die Therapie der Erkrankten erfolgt in der Regel nach den Leitlinien der Renal Tumour Study Group of the International Society of Paediatric Oncology (SIOP-RTSG). Diese Leitlinien umfassen u.a. Protokolle zur neoadjuvanten Chemotherapie sowie zur chirurgischen Versorgung. Bezüglich der chirurgischen Therapie von Nephroblastomen empfiehlt die Leitlinie offene Nephrektomien. Allerdings sind auch minimalivasive Nephrektomien unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Hierzu zählen insbesondere kleine Tumoren, die zu allen Seiten mit Nierengewebe bedeckt sind, sowie eine ausreichende Expertise bezüglich minimalinvasiver Nephrektomien. Ziel dieser Studie war es den aktuellen Anteil minimalinvasiver Tumornephrektomien bei Kindern in Deutschland zu bestimmen. Zusätzlich wurden Daten bezüglich der postoperativen Komplikationen, Dauer des Krankenhausaufenthalts und Kosten des Krankenhausaufenthalts im Vergleich zu minimalinvasiven und offenen Nephrekotmien bei nicht-malignen Erkrankungen erhoben.

Material/ Methoden: Positives Ethikvotum liegt vor (11391_BO_K_2024). Es erfolgte eine Querschnittsstudie basierend auf Daten der Techniker Krankenkasse (ca. 13% der deutschen Bevölkerung (12 Millionen Versicherte). Krankenkassendaten aller Patienten bis zum Alter von 18 Jahren, die im Zeitraum von 01/2019 bis 05/2024 eine Nephrektomie erhielten, wurden analysiert. Erfasst wurden Art des Eingriffs, Kosten des Krankenhausaufenthalts, postoperative Beatmungsdauer sowie Dauer des Krankenhausaufenthalts und Komplikationen.

Ergebnisse: In der erfassten Studienperiode wurden insgesamt 209 Nephrektomien durchgeführt, von diesen erfolgten 66 (32%) minimalinvasiv. Aufgrund von Tumorerkrankungen erfolgten 57 (27%) Nephrektomien. Keine dieser Tumornephrektomien wurde minimalinvasiv durchgeführt (Tabelle 1 [Tab. 1]). Tabelle 2 [Tab. 2] zeigt die postoperativen Komplikationen nach Art des Eingriffs. Blutungen wurden bei 4 (7%) offenen Tumornephrektomien kodiert. Auf eine statistische Auswertung der Komplikationen wurde aufgrund der geringen Fallzahl verzichtet. Bezüglich der Behandlungskosten, Dauer des Krankenhausaufenthalts und postoperative Beatmungsdauer zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen Tumornephrektomien und offenen Nephrektomien aufgrund anderer Erkrankungen sowie zwischen Tumornephrektomien und minimalinvasiven Nephrektomien (Abbildung 1 [Abb. 1]).

Tabelle 1: Chirurgisches Vorgehen nach Entität. Anzahl der Eingriffe (%).

Tabelle 2: Anzahl postoperativer Komplikationen nach chirurgischer Technik.

Abbildung 1: Behandlungskosten (A), Dauer des Krankenhausaufenthalts (B) und postoperative Beatmungsdauer (C) nach chirurgischer Technik.

Schlussfolgerung: Trotz der Möglichkeit nach SIOP-RTSG-Leitlinien minimalinvasive Nephrekotmien bei Patienten mit Nephroblastomen durchzuführen, wurde in der von uns erhobenen Kohorte keine minimalinvasive Nephrektomie kodiert.