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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

ePA wird genutzt, wenn sie erklärt wird: Ergebnisse einer strukturierten Informationsinitiative für Ärzte und Patienten

Stefan Spieren - Digitales Facharzt- und Gesundheitszentrum, Deutschland
Jakob Scholz - Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, IT & Digital Health, Deutschland

Text

Hintergrund: Die elektronische Patientenakte ist technisch verfügbar und grundsätzlich akzeptiert. In der praktischen Versorgung zeigt sich jedoch eine deutliche Lücke zwischen Verfügbarkeit und tatsächlicher Nutzung. Funktionen bleiben ungenutzt, weil konkrete Anwendungsszenarien im Praxisalltag fehlen und Unsicherheiten auf Seiten von Ärzten und Patienten bestehen.

Zielsetzung/Fragestellung: Darstellung, welchen Einfluss strukturierte Informationsformate für Ärztinnen, Ärzte und Patienten auf die konkrete Nutzung der ePA im Versorgungsprozess haben und welche Faktoren für die Umsetzung entscheidend sind.

Material & Methoden: Durchgeführt wurden strukturierte Informationsveranstaltungen für Ärztinnen und Ärzte sowie für Patientinnen und Patienten in Präsenz-, Online- und Hybridformaten. Inhalte waren die konkrete Anwendung der ePA, organisatorische Integration sowie die Nutzung im Versorgungsprozess. Ergänzend wurden Rückmeldungen und Erfahrungen aus der praktischen Umsetzung einbezogen.

Ergebnisse: Im Rahmen der Initiative wurden über 3.000 Ärztinnen und Ärzte sowie über 1.000 Patientinnen und Patienten erreicht. In der praktischen Umsetzung zeigte sich, dass die Nutzung der ePA insbesondere dort zunahm, wo konkrete Abläufe definiert wurden, etwa zur strukturierten Ablage von Befunden oder zur Einbindung in das Arzt-Patienten-Gespräch. Die reine technische Verfügbarkeit führte hingegen nicht zu einer relevanten Veränderung. Auf Patientenseite bestand ein deutlicher Informationsbedarf. Formate mit direkter ärztlicher Beteiligung führten häufiger zu konkreten Nutzungsschritten. Als wesentliche Limitation zeigte sich die unzureichende Einbindung der Krankenhäuser.

Diskussion: Die Erfahrungen zeigen, dass die ePA nicht an fehlender Bereitschaft scheitert, sondern an fehlender Übersetzung in konkrete Anwendung. Strukturierte Information und klare Abläufe sind entscheidend für die Nutzung. Gleichzeitig bleibt der Nutzen begrenzt, solange zentrale Versorgungsbereiche nicht konsequent eingebunden sind.

Take Home Message für die Praxis: Die ePA wird dann wirksam, wenn sie aktiv erklärt und in bestehende Abläufe integriert wird. Der entscheidende Schritt ist nicht die Einführung, sondern die konkrete Anwendung im Versorgungsprozess.

Interessenkonflikte: Keine