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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Einsamkeit im Lebensverlauf: Determinanten, vulnerable Gruppen und Präventionsstrategien aus Forschung und Praxis

Helena Ludwig-Walz - Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Familie und Fertilität, Deutschland; Universität Heidelberg, Institut für Medizinische Psychologie, Heidelberg, Deutschland
Elizabeth Mohr - Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Familie und Fertilität, Deutschland; Universität Heidelberg, Institut für Medizinische Psychologie, Heidelberg, Deutschland
Stephan Voss - Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie, München, Deutschland
Michaela Coenen - Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie, München, Deutschland

Text

Namen der Moderierenden sowie der Vortragende

Moderierende: Helena Ludwig-Walz (Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung) und Stephan Voss (Ludwig-Maximilians-Universität München)

Vortragende: Elizabeth Mohr (Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung), Helena Ludwig-Walz (Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung), Stephan Voss (Ludwig-Maximilians-Universität München), Michaela Coenen (Ludwig-Maximilians-Universität München)

Hintergrund: Einsamkeit ist ein zunehmendes Public-Health-Problem mit erheblichen Auswirkungen auf körperliche und psychische Gesundheit sowie Sterblichkeit. Während Einsamkeit alle Lebensphasen betrifft, sind Verläufe und Determinanten in vulnerablen Zeitfenstern wie der Perinatalzeit und dem jungen und mittleren Erwachsenenalter bislang unzureichend erforscht. Auch fehlt es an Evidenz zur Wirksamkeit und Akzeptanz von Präventionsansätzen, sowohl für Senior:innen im ländlichen Raum als auch über den Lebensverlauf hinweg.

Zielsetzung/Fragestellung: Das Symposium bündelt aktuelle Evidenz zu Einsamkeit im Lebensverlauf. Im Mittelpunkt stehen: Wie verläuft Einsamkeit in der Perinatalzeit und welche Faktoren beeinflussen sie? Welche Determinanten prägen emotionale und soziale Einsamkeit im jungen und mittleren Erwachsenenalter? Welche Maßnahmen reduzieren Einsamkeit im höheren Alter wirksam? Welche Faktoren beeinflussen die Akzeptanz von Präventionsmaßnahmen?

Diskussionspunkt: Welche Erkenntnisse lassen sich aus den Befunden für eine lebenslaufübergreifende Präventionsstrategie ableiten und wie können Maßnahmen so gestaltet werden, dass sie vulnerable Gruppen tatsächlich erreichen und akzeptiert werden?

Inhalt: Anhand von Längsschnittdaten des deutschen Familienpanels FReDA werden Einsamkeitsverläufe vor, während und nach der Schwangerschaft untersucht sowie Zusammenhänge mit Partnerschaft und psychischer Gesundheit analysiert. Ein weiterer FReDA-basierter Beitrag beleuchtet emotionale und soziale Einsamkeit bei 18- bis 51-Jährigen und identifiziert soziale Beziehungen als stärksten Schutzfaktor sowie psychische Belastungen und Migrationshintergrund als zentrale Risikofaktoren. Das Projekt „Habe die Ehre" beschreibt, dass partizipativ entwickelte, niedrigschwellige Angebote in einer bayerischen Gemeinde emotionale und soziale Einsamkeit bei über 65-Jährigen reduzierten. Ein WHO-begleitendes Scoping Review identifiziert systematisch Faktoren, die die Akzeptanz von Maßnahmen zur Prävention von Einsamkeit beeinflussen.

Take Home Message für die Praxis:

  • Einsamkeit ist kein Randphänomen, sondern betrifft alle Lebensphasen, von der Perinatalzeit bis ins hohe Alter.
  • Soziale Beziehungen sind der stärkste Schutzfaktor; psychische Belastungen und Migrationshintergrund erhöhen das Risiko.
  • Partizipativ entwickelte, niedrigschwellige Angebote können Einsamkeit wirksam reduzieren.
  • Akzeptanz ist ein zentraler Erfolgsfaktor, Prävention muss zielgruppenspezifisch und kontextsensibel gestaltet werden.

Interessenkonflikte: Keine