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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Emotionale und soziale Einsamkeit im jungen und mittleren Erwachsenenalter sowie assoziierte Schutz- und Risikofaktoren

Helena Ludwig-Walz - Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Familie und Fertilität, Deutschland; Universität Heidelberg, Institut für Medizinische Psychologie, Heidelberg, Deutschland
Pauline Kleinschlömer - Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Familie und Fertilität, Deutschland
Sabine Diabaté - Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Familie und Fertilität, Deutschland
Martin Bujard - Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Familie und Fertilität, Deutschland; Universität Heidelberg, Institut für Medizinische Psychologie, Heidelberg, Deutschland

Text

Hintergrund: Einsamkeit stellt ein relevantes Public-Health-Problem dar und ist mit vielfältigen gesundheitlichen Risiken assoziiert. Differenzierte Erkenntnisse zu Risiko- und Schutzfaktoren im jungen und mittleren Erwachsenenalter sind bislang begrenzt. Insbesondere ist unklar, inwieweit sich emotionale und soziale Einsamkeit hinsichtlich ihrer Determinanten unterscheiden.

Methoden: Datengrundlage bildeten bevölkerungsrepräsentative Querschnittsdaten des Familiendemografischen Panels (FReDA; N = 14.443). Untersucht wurden gesamte, emotionale und soziale Einsamkeit bei Erwachsenen im Alter von 18 bis 51 Jahren unter Verwendung der validierten De Jong Gierveld Loneliness Short Scale. Multivariable Regressionsanalysen wurden durchgeführt und nach Alter und Geschlecht stratifiziert, um Zusammenhänge mit soziodemografischen, sozialen, gesundheitsbezogenen und Persönlichkeitsmerkmalen (Big Five) zu analysieren.

Ergebnisse: Die Gesamtprävalenz von Einsamkeit zeigte sich über die Altersgruppen hinweg weitgehend stabil. Emotionale Einsamkeit war bei mittelalten Erwachsenen geringer ausgeprägt, während soziale Einsamkeit mit zunehmendem Alter höher war. Soziale Beziehungen wiesen die stärksten protektiven Assoziationen auf, insbesondere in Bezug auf soziale Einsamkeit. Psychische Belastungen erwiesen sich als zentrale Risikofaktoren, insbesondere für emotionale Einsamkeit. Ein Migrationshintergrund war mit erhöhter sozialer Einsamkeit assoziiert, insbesondere bei Frauen. Hinsichtlich der Persönlichkeitsmerkmale war Verträglichkeit mit geringerer und Neurotizismus mit höherer Einsamkeit verbunden, wobei sich dimensionsspezifische Unterschiede zeigten. Geschlechtsunterschiede waren insgesamt gering ausgeprägt. Für den körperlichen Gesundheitszustand ergaben sich keine signifikanten Zusammenhänge.

Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse verdeutlichen die multidimensionale Natur von Einsamkeit und zeigen, dass emotionale und soziale Einsamkeit unterschiedliche Determinanten aufweisen. Public-Health-Strategien sollten diese Differenzierung berücksichtigen und gezielt soziale Ressourcen stärken sowie psychische Belastungen adressieren, um Einsamkeit wirksam zu reduzieren.

Interessenkonflikte: Keine