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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Gemeinsam Forschen – Chancen und Herausforderungen partizipativer Forschungsprozesse

Alicia Prinz - Institut für Allgemeinmedizin (ifam), Forschungsschwerpunkt Patient-Arzt-Kommunikation, Centre for Health and Society (chs), Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
Jacqueline Warth - Institut für Allgemeinmedizin (ifam), Centre for Health and Society (chs), Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
Stefan Wilm - Institut für Allgemeinmedizin (ifam), Centre for Health and Society (chs), Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
Sabrina Kastaun - Institut für Allgemeinmedizin (ifam), Forschungsschwerpunkt Patient-Arzt-Kommunikation, Centre for Health and Society (chs), Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland

Text

Hintergrund: Partizipative Gesundheitsforschung (PGF) bezieht Menschen, die beforscht werden, aktiv und systematisch in den Forschungsprozess ein. Sie ist weniger eine klar definierte Methode als vielmehr eine Haltung bzw. ein Forschungsstil, der auf Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftler:innen und Erfahrungsexpert:innen (z. B. Patient:innen, medizinische Fachangestellte) basiert. Vor dem Hintergrund (ethischer) Herausforderungen stellt sich die Frage, wie Partizipation in den Phasen des Forschungsprozesses systematisch geplant, umgesetzt und reflektiert werden kann.

Zielsetzung/Fragestellung: Der Einführungsvortrag geht der Frage nach, was eine systematische Einbettung von Partizipation in Forschungshaltung und -methodik entlang eines Forschungsprozesses bedeutet und welche (ethischen) Herausforderungen mit einem zielgruppengerechten Partizipationsprozess verbunden sind.

Material & Methoden: Auf Grundlage des Partizipationsnetzes (Krieger et al. 2023) und der Prozessebenen ethischer Herausforderungen des „Centre for Social Justice and Community Action“ (2011) werden Partizipationsmöglichkeiten im Forschungsprozess aufgezeigt und damit verbundene (ethische) Fragen reflektiert. Fallbeispiele veranschaulichen Spannungsfelder und werden durch praxisnahe Strategien zur Reflexion und Bearbeitung ergänzt.

Ergebnisse: In der PGF können Art und Umfang der Beteiligung von Erfahrungsexpert:innen je nach Projektphase, Bedarfen und Gegenstandsangemessenheit variieren. Entscheidend ist die gemeinsame Aushandlung von Beteiligungsformen, Rollen und Erwartungen zwischen ihnen und Wissenschaftler:innen. Letztere tragen von der Antragstellung bis zur Dissemination besondere Verantwortung, insbesondere bei der Reflexion von Machtasymmetrien, dem sensiblen Umgang mit Vertraulichkeit, der Klärung möglicher Rollenvermischungen sowie im Kontext institutioneller Ethikprüfungen.

Diskussion: Als Einführung in das Symposium bietet der Vortrag Ansatzpunkte zur Reflexion von PGF als gelebte Forschungshaltung. Der kontinuierlichen Selbstreflexion der eigenen Rolle als Wissenschaftler:in kommt dabei zentrale Bedeutung zu. Verantwortung und professionelle Beziehungsgestaltung gegenüber Erfahrungsexpert:innen sind wesentliche Voraussetzungen gelingender PGF.

Take Home Message für die Praxis: Eine frühzeitige Rollenklärung sowie eine bewusst gestaltete, reflektierte und transparent ausgehandelte Zusammenarbeit sind für einen gelungenen Partizipationsprozess notwendig..

Interessenkonflikte: Keine