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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Partizipieren bis zum Schluss: Machbarkeit und Erfahrungen in der Dissemination von Projektergebnissen bis hin zum Kongressbesuch mit Kindern und Eltern

Angélique Herrler - Charité – Universitätsmedizin Berlin, corporate member of Freie Universität Berlin and Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin, Deutschland; Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Neonatologie und Kinderkardiologie, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
Yousra El Makrini - Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Neonatologie und Kinderkardiologie, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
Freia De Bock - Charité – Universitätsmedizin Berlin, corporate member of Freie Universität Berlin and Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin, Deutschland; Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Neonatologie und Kinderkardiologie, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland

Text

Hintergrund: Im Verständnis umfassender Partizipation wird die gemeinsame Arbeit an Projektoutputs, etwa Publikationen oder Kongressbeiträgen, gefordert. Während Bürger:innentage auf Kongressen zunehmen, bleibt die Präsentation von Erkenntnissen durch Bürger:innen selten. Dies gilt insbesondere für Kinder: Sie sind insgesamt kaum an Gesundheits- und Versorgungsforschungsprojekten beteiligt und erfahren noch seltener Sichtbarkeit.

Zielsetzung/Fragestellung: Das Projekt KiRa (Kinder-Rat) bearbeitete über zwei Jahre Fragestellungen aus Projekten zur Versorgung von Kindern. Eine begleitende Evaluation untersuchte geeignete Methoden und nötige Rahmenbedingungen für eine gelingende Zusammenarbeit. Die Familien entschieden sich zudem für die Teilnahme an einem Kongress.

Material und Methoden: Im Kinderrat arbeiteten sechs Kinder (9–13 J.) und fünf Elternteile mit Wissenschaftler:innen zusammen. Die Idee einen Workshop bei einem Kongress einzureichen entstand im Prozess; Inhalte und Ziele wurden gemeinsam entwickelt. Die Zusammenarbeit wurde mittels Interviews, Fokusgruppen, Kurzfragebögen und Gruppenreflexionen hinsichtlich Machbarkeit, Erfahrungen der Beteiligten und erreichter Beteiligungsgrade evaluiert.

Ergebnisse: Im Verlauf entwickelten die Kinder zunehmend Vertrauen und Selbstbewusstsein, ihre Perspektiven einzubringen und Erkenntnisse vor Erwachsenen zu präsentieren. Die Vorbereitung des Kongresses erwies sich als herausfordernd: Zeitkritische Schritte wie das Verfassen eines Abstracts konnten nur teilweise partizipativ erfolgen. Zudem beeinflussten strukturelle Rahmenbedingungen der Wissenschaft die Beteiligung, etwa Konflikte mit Schul- und Arbeitszeiten oder bürokratische Prozesse.

Diskussion: Der Beitrag beschreibt Prozesse und Erkenntnisse zur gemeinsamen Kongressteilnahme als Ausdruck eines hohen Partizipationsgrades. Reflektiert werden Machbarkeit sowie nötige strukturelle Anpassungen und Lösungen, um solche Formate zu ermöglichen. Neben einer kritischen Diskussion der Passung zwischen partizipativen Ansprüchen und wissenschaftlichen Strukturen werden Vorschläge für die Ergebnispräsentation mit Kindern und Eltern vorgestellt.

Take Home Messages:

  • Kinder können in allen Projektphasen, einschließlich Dissemination, aktiv beteiligt werden.
  • Höhere Beteiligungsgrade entwickeln sich häufig erst im Verlauf langfristiger Zusammenarbeit.
  • Beteiligung an wissenschaftlicher Dissemination erfordert flexible organisatorische und institutionelle Rahmenbedingungen.

Interessenkonflikte: Keine