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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Präventive Hausbesuche im Landkreis Teltow-Fläming – Erkenntnisgewinn über die gesundheitliche Lage von älteren Menschen in Brandenburg

Claudia Diederichs - Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB), Zentrum für Alternsforschung (ZAF-BB), Brandenburg, Deutschland

Text

Hintergrund: Seit März 2025 haben ältere Menschen ab 75 Jahren in Luckenwalde, Rangsdorf und im Amt Dahme (LK Teltow-Fläming) die Möglichkeit, einen kostenlosen, präventiven Hausbesuch in Anspruch zu nehmen. Im Rahmen eines Hausbesuches werden Informationen über wohnortnahe Angebote, u.a. Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten, Begegnungsorte, Vereine und Selbsthilfegruppen sowie Einsatzmöglichkeiten für ehrenamtliches Engagement vermittelt.

Zielsetzung/Fragestellung: Im Rahmen der präventiven Hausbesuche werden Informationen über die soziale und gesundheitliche Lage und die Bedarfe von älteren Menschen in einer ländlichen Region in Brandenburg erhoben.

Material & Methoden: Die Informationen werden mithilfe eines quantitativen, anonymisierten Fragebogens erhoben, der am Ende der Hausbesuche von den Seniorinnen und Senioren ausgefüllt wird. Bis Anfang April 2026 wurden mehr als 150 Fragebögen ausgewertet.

Ergebnisse: Bis Anfang April 2026 wurden mehr als 150 Fragebögen ausgefüllt. Beratungsbedarf bestand vor allem nach Möglichkeiten zur Versorgung von Angehörigen oder Haustieren im Krankheitsfall und Pflegeleistungen. Rund zwei Drittel (64,3%) der Befragten waren Frauen, 25,2% hatten einen hohen Schulabschluss, 29,9% hatten einen Fachhochschul- oder Hochschabschluss hatten einen überwiegend hohen Schulabschluss (25%) und 74,8% bewertet ihre finanzielle Situation als sehr gut oder gut.

Rund zwei Drittel (60,9%) waren mit der Anzahl und Qualität ihrer sozialen Kontakte sehr zufrieden oder zufrieden und 87,4% konnten auf die Hilfe ihrer Nachbarn zurückgreifen. Trotzdem gaben 55,7% der Befragten an, sich manchmal oder häufiger einsam zu fühlen.

Diskussion: Bis Mitte 2026 werden die Hausbesuche ausgeweitet und weitere Ergebnisse u.a. für Themen wie digitale Gesundheitskompetenz, Barrieren bei der Inanspruchnahme und Erreichbarkeit von Angeboten, und differenziert nach Geschlecht und Altersgruppen erwartet.

Take Home Message für die Praxis: Präventive Hausbesuche bieten die Möglichkeit, Informationen über die soziale und gesundheitliche Lage von älteren Menschen und ihre Bedarfe zu erhalten. Auch schlecht erreichtbare Zielgruppen, wie z.B. Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, werden erreicht.

Interessenkonflikte: Keine