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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Ergebnisse einer formativen Evaluation des Whole School Approach FREI DAY zur Förderung von ökologischer Nachhaltigkeit und Gesundheit

Ricarda Brender - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland
Sibel Ünlü-Reske - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland
Anna Brager - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland
Christiane Meyer - Leibniz Universität Hannover, Institut für Didaktik der Naturwissenschaften, Hannover, Deutschland
Dominik Röding - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland
Ulla Walter - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland

Text

Hintergrund: Im Whole School Approach FREI DAY entwickeln Schüler:innen an den Sustainable Development Goals orientierte Projekte zur Förderung von ökologischer Nachhaltigkeit, Gesundheit oder sozialer Gerechtigkeit. Hierfür ist ein curricular verankerter Zeitraum von mindestens 4 h/Woche vorgesehen. Die Projektarbeit erfolgt häufig außerhalb des Schulgeländes sowie in Kooperation mit schulexternen Partner:innen. Lehrkräfte werden dabei zu unterstützenden Lernbegleiter:innen. Zudem wird an den Schulen eine FREI-DAY-Steuergruppe eingerichtet. Bislang liegen kaum empirische Erkenntnisse dazu vor, welcher Aufwand mit der Einführung des FREI DAY verbunden ist und wie sich die damit einhergehenden veränderten Rollenanforderungen auf Belastung und Motivation des schulischen Personals auswirken.

Zielsetzung/Fragestellung: Welche Auswirkungen hat die Einführung des FREI DAY auf Aufwand, Belastung sowie Motivation und Wohlbefinden des Schulpersonals?

Material & Methoden: Datenbasis ist eine querschnittliche Befragung des Personals (n = 120) von 27 Grund- und weiterführenden Schulen, die den FREI DAY im Schuljahr 2024/25 eingeführt oder umgesetzt haben. Die Daten wurden deskriptiv ausgewertet.

Ergebnisse: Die Stichprobe besteht zu 79% aus Lehrkräften und zu 80% aus Frauen. Die Steuergruppen bestehen zu 94% aus Lehrkräften; sie tagen zu 31% wöchentlich, zu 28% mindestens monatlich und 41% alle zwei Monate oder seltener. Die als Lernbegleiter:in verbrachte Zeit wurde von der Mehrheit auf 3–5 h/Woche beziffert (68%). In Grundschulen betrug diese Zeit im Mittel 10,4 h/Woche, in weiterführenden Schulen 4,2 h/Woche. Den Aufwand für Vor- und Nachbereitung haben 86 % auf 0–2 h/Woche beziffert. Die Lernbegleitungsrolle bewerten 95% als motivierend, 88% fühlen sich darin wohl. Zugleich berichten 44% von aufwendigeren Arbeitsabläufen und 28% geben dadurch bedingtes häufiges Stresserleben an. Die Unterstützungsangebote der Entwickler:innen des FREI DAY werden von 60% als (eher) zufriedenstellend bewertet.

Diskussion: Die Einführung des FREI DAY geht zwar für Steuergruppen und Lernbegleiter:innen mit erhöhtem Arbeitsaufwand und Stresserleben einher, sorgt aber dennoch für Motivation und Wohlbefinden. Limitationen der Studie werden im Vortrag diskutiert.

Take Home Message für die Praxis: Der FREI DAY fördert Motivation und Wohlbefinden der Lernbegleiter:innen, erfordert jedoch zusätzliche Ressourcen.

Interessenkonflikte: Keine