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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Telepräsenz im Klassenzimmer: die Förderung sozialer Teilhabe und subjektiver Gesundheit pädiatrisch-onkologischer Patient:innen durch AV1-Avatare. Erste Ergebnisse einer explorativen Pilotstudie

Nathalie Schönburg - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Medizinische Soziologie, Deutschland
Nicole Reinsperger - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, AG Versorgungsforschung | Pflege im Krankenhaus, Deutschland
Madeleine Ritter-Herschbach - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, AG Versorgungsforschung | Pflege im Krankenhaus, Deutschland
Patrick Jahn - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, AG Versorgungsforschung | Pflege im Krankenhaus, Deutschland
Irene Moor - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Medizinische Soziologie, Deutschland

Text

Hintergrund: Kinder und Jugendliche mit onkologischen Erkrankungen sind häufig für längere Zeit sozial isoliert und vom schulischen Alltag exkludiert. Dies kann ihre Lebensqualität, das Wohlbefinden und ihre schulische Entwicklung beeinträchtigen (vgl. Barrera et al., 2005; Roick & Schlepper, 2021).

Digital-assistierte Technologien wie der AV1-Roboter können eine niedrigschwellige Möglichkeit für soziale Teilhabe darstellen (vgl. Weibel, 2020, 2023), sind bisher jedoch wenig wissenschaftlich untersucht.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Studie ist es, die Akzeptanz und Nutzungserfahrungen mit dem AV1 zu untersuchen und dabei die Bedeutung für soziale Teilhabe und subjektive Gesundheit zu erfassen.

Material & Methoden: Es handelt sich um eine explorative Mixed-Method-Pilotstudie mit onkologisch erkrankten Kindern und Jugendlichen ab Schuleintritt. Der AV1 wird für etwa 12 Wochen eingesetzt. Befragt werden die Kinder/Jugendlichen und deren Eltern mittels standardisierter Fragebögen zur Technikakzeptanz und Anwendbarkeit vor und nach AV1-Einsatz. Zudem werden leitfadengestützte Interviews mit Kindern/Jugendlichen und ihren Familien zu technischen, gesundheitlichen und sozialen Aspekten geführt. Die Auswertung erfolgt mittels qualitativer Inhaltsanalyse. Erste Studienteilnehmer:innen wurden eingeschlossen.

Ergebnisse: Erste Befunde zeigen eine hohe Akzeptanz des AV1 und geringe technische Herausforderungen. Es zeigt sich, dass der AV1 als hilfreiches Tool zur Aufrechterhaltung sozialer Kontakte wahrgenommen wird. Darüber hinaus wird erkenntlich, dass durch die Nutzung des AV1 das subjektive Wohlbefinden gestärkt und Reintegrationsprozesse in den schulischen Alltag begünstigt werden. Trotz der positiven Befunde gibt es auch einige Gründe, die zur Ablehnung des AV1 führen.

Diskussion: Aufgrund der bislang geringen Fallzahl sind die Ergebnisse als explorativ einzuordnen. Offen bleibt bisher, ob digitale Teilhabetechnologien alle betroffenen Kinder und Jugendlichen gleichermaßen unterstützen können oder ob Unterschiede durch soziale und familiäre Faktoren bestehen.

Take Home Message für die Praxis: Digital-assistierte Technologien wie der AV1 können bei längerer Isolation die Versorgung onkologisch erkrankter Kinder und Jugendlicher sinnvoll ergänzen. Bei der Implementierung sind jedoch auch (soziale) Hürden zu berücksichtigen.

Interessenkonflikte: Keine