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- Zwischen Sensibilisierung und Handlungssicherheit – interprofessionelles Lernen im Umgang mit Gewaltereignissen
Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Zwischen Sensibilisierung und Handlungssicherheit – interprofessionelles Lernen im Umgang mit Gewaltereignissen
Text
Hintergrund: Nach Prävalenzerhebungen in 12 deutschen Kliniken im Rahmen des PEKo-Projektes haben 93% der Beschäftigten in den letzten 12 Monaten eine Form der Gewalt erlebt. Internationale Meta-Analysen benennen 61,9% (Liu et al., 2019). Gewaltereignisse stehen im Zusammenhang mit psychischen und körperlichen Folgeerkrankungen (DGUV, 2018, S. 8). Daher steigt die Notwendigkeit, dass Beschäftigte im Gesundheitswesen Kompetenzen im Umgang mit Gewalt erlernen.
Zielsetzung/Fragestellung: Der hier eingereichte Vortrag zeigt die Möglichkeit auf, das gesellschaftlich relevante Thema Gewalt innerhalb der interprofessionellen Lehre (IPL) von Pflege-, Medizinstudierenden und Auszubildenden der Gesundheitsfachberuf nach NKLM und PflAPrV zu gestalten.
Material & Methoden: Es wurde ein auf Partizipation aufgebautes Modul mit einem Umfang von 5 UE entwickelt, welches Grundlagen zum Thema Gewalt thematisiert als auch Deeskalationstechniken und Gewalt gegen Patient:innen/pflegebedürftige Personen adressiert. Mittels verschiedener partizipativer Methoden wie Fallarbeit, Deeskalationssequenzen, Rollenspiele und dem Speak-up Ansatz soll Erfahrungslernen dazu beitragen zum Thema Gewalt zu sensibilisieren und die geplanten Kompetenzziele zu erreichen. Die Evaluation erfolgt mittels eines Online-Tools (EvaSys) und umfasst die Häufigkeit der von den Studierenden erlebte Gewaltsituationen und die Evaluation der Lehrveranstaltung.
Ergebnisse: Das IPL-Modul wird im Mai 2026 pilotiert. Aussagen über den Nutzen des Moduls, Steigerung der Selbstwirksamkeit im Umgang mit Gewaltereignissen und Aussagen über den interprofessionellen Austausch sollen gewonnen werden und liegen im September vor.
Diskussion: Gewalt im Gesundheitswesen ist ein Thema, das interprofessionell gelehrt werden sollte, um Gemeinsamkeiten und Schnittstellen herauszuarbeiten und die Handlungskompetenz aller Akteure zu fördern. Die Ergebnisse bieten wichtige Anhaltspunkte für die nachhaltige curriculare Verankerung in interprofessionellen Lehrkontexten.
Take Home Message für die Praxis: Das hier vorgestellte Modul zur interprofessionellen Lehre hat zum Ziel Lernende handlungsfähig zu machen. Das Modul kombiniert Wissenstransfer, Deeskalationstechniken und Sensibilisierung für selbst erlebte Gewalt und Gewaltsituationen gegen Patient:innen.
Interessenkonflikte: Keine



