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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Förderung des digitalen Wohlbefindens von Studierenden: erste Ergebnisse zur Evaluation eines Workshops an der Universität Osnabrück
Text
Hintergrund: Viele Studierende erleben digitalen Stress und weisen eine problematische Mediennutzung auf. Trotz des steigenden Bedarfs an wirksamen Maßnahmen zur Förderung des digitalen Wohlbefindens fehlen bislang theoriebasierte und evaluierte Interventionen. Der Health Action Process Approach (HAPA) eignet sich für die Entwicklung solcher Interventionen, da motivationale und volitionale Faktoren integriert werden.
Zielsetzung/Fragestellung: Diese Studie evaluiert, welche subjektiven motivationalen und volitionalen Veränderungsprozesse Studierende durch einen HAPA-basierten Workshop zur Förderung des digitalen Wohlbefindens erleben.
Material & Methoden: Die neu konzipierte Intervention zum digitalen Wohlbefinden bestand aus einer 15-tägigen Selbstbeobachtung, einem Präsenzworkshop und einer Umsetzungsphase. Die Evaluation umfasste eine Fokusgruppendiskussion sowie eine schriftliche Befragung mit sieben teilnehmenden Studierenden. Die Daten wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse sowie deskriptiver Statistik ausgewertet.
Ergebnisse: Die Studierenden berichteten über ein geschärftes Bewusstsein für digitale Stressoren, die Intensität ihrer Nutzung und damit verbundenen Auslösern. Sie setzten sich intensiver mit den Folgen für ihre Gesundheit und ihr Studium auseinander. Diese gesteigerte Risikowahrnehmung sowie optimistische Handlungs-Ergebniserwartungen unterstützten die Konkretisierung von eigenen Intentionen. Insbesondere „Wenn-Dann“-Pläne wurden als motivierend und handlungsfördernd erlebt. Die Studierenden schilderten erste Verhaltensänderungen im Alltag und eine bewusstere Handlungskontrolle. Gleichzeitig wurden Alltagsbarrieren sowie eine eingeschränkte Selbstwirksamkeit bei der Wiederherstellung und Aufrechterhaltung neuer Gewohnheiten benannt.
Diskussion: Der Workshop löste die im HAPA-Modell vorgesehenen Motivations- und Planungsprozesse aus, was zu einem erhöhten Bewusstsein für digitale Stressoren und ersten Verhaltensänderungen führte. Da jedoch Alltagsbarrieren und eine begrenzte Selbstwirksamkeit die Aufrechterhaltung erschweren, sind weiterführende Unterstützungs- bzw. Follow-up-Maßnahmen nötig.
Take Home Message für die Praxis: Die HAPA-basierte Kurzintervention zum digitalen Wohlbefinden kann digitale Stressoren sichtbar machen und erste Verhaltensänderungen bei Studierenden initiieren. Für eine dauerhafte Verbesserung des digitalen Wohlbefindens sollten zusätzliche Follow-up-Maßnahmen angeboten werden.
Interessenkonflikte: Keine



