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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

„Welche Suppe ist die fettärmste?“ – eine Querschnittsstudie zum Ernährungswissen von Medizinstudierenden

Jennifer Makrutzki - Universität Duisburg-Essen, Institut für Allgemeinmedizin, Essen, Deutschland
Michael Pentzek - Universität Duisburg-Essen, Institut für Allgemeinmedizin, Essen, Deutschland
Julia Markman - Universität Duisburg-Essen, Institut für Allgemeinmedizin, Essen, Deutschland

Text

Hintergrund: Eine inadäquate Ernährung trägt wesentlich zur Entstehung und Progression zahlreicher chronischer Erkrankungen bei. Ärztinnen und Ärzte – besonders in der hausärztlichen Versorgung – spielen eine zentrale Rolle in Prävention, Früherkennung und Behandlung ernährungsmitbedingter Erkrankungen. Voraussetzung ist ein solides ernährungsmedizinisches Wissen sowie die Fähigkeit, evidenzbasierte Ernährungsempfehlungen patientenorientiert zu vermitteln. Studien zeigen jedoch, dass ernährungsmedizinische Inhalte im Medizinstudium bislang nur begrenzt verankert sind. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie gut ernährungsbezogene Kompetenzen und Fertigkeiten vermittelt werden.

Zielsetzung/Fragestellung: Diese Studie stellt die erste systematische Erhebung zum Ernährungswissen von Medizinstudierenden in Deutschland dar und zielt darauf ab, den Wissensstand abzubilden und mögliche Wissenslücken zu identifizieren.

Material & Methoden: Zur Datenerhebung wurde der international validierte General Nutrition Knowledge Questionnaire – Revised (GNKQ-R) verwendet, der zuvor zielgruppenspezifisch vorgetestet und adaptiert wurde. Befragt wurden Studierende der Universität Duisburg-Essen aus dem 1., 2., 4. und 9. Semester.

Ergebnisse: Insgesamt nahmen 617 Studierende teil (66,1% weiblich). Das Interesse am Thema Ernährung wurde überwiegend als „eher groß“ und „groß“ angegeben (76,8%). Im Mittel wurden 71,1% der Fragen korrekt beantwortet, entsprechend einer Gesamtbewertung von „befriedigend“. Mit zunehmendem Studiensemester zeigte sich ein leichter Anstieg des Ernährungswissens (1. Semester: 68,6%; 9. Semester: 76,3%) sowie ein signifikanter, jedoch geringer positiver Zusammenhang zwischen Studiensemester und Ernährungswissen (r = 0,248; p < 0,001). Am schwächsten schnitten die Studierenden in den Bereichen Lebensmittelzusammensetzung und Ernährungsempfehlungen ab (66,7% bzw. 67,6% korrekt). Weitere Ergebnisse, u. a. zu Zusammenhängen mit Geschlecht und Migrationshintergrund, werden bis zum Kongress vorliegen.

Diskussion: Medizinstudierende verfügen über grundlegendes Ernährungswissen, das im Verlauf des Studiums leicht bis moderat zunimmt. Das hohe Interesse an Ernährung deutet darauf hin, dass eine stärkere Integration ernährungsmedizinischer Inhalte im Curriculum auf positive Resonanz stoßen würde.

Take Home Message für die Praxis: Gezielt curricular integrierte Maßnahmen können das Ernährungswissen stärken und angehende Ärzt:innen befähigen, ernährungsbezogene Lebensstiländerungen wirksam zu unterstützen.

Interessenkonflikte: Keine