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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Distress bei Ratsuchenden in Krebsberatungsstellen mit beruflichem Anliegen: Deskription nach Geschlecht, Bildung und Einkommen – erste Ergebnisse der Routinebefragung im Rahmen des Qualitätsverbunds CARES
Text
Hintergrund: Krebsberatungsstellen (KBS) stellen eine wichtige Säule in der Versorgung von Krebsbetroffenen dar und bieten in allen Phasen der Erkrankung psychosoziale Beratung an. Berufliche Unsicherheit, finanzielle Belastungen und sozialrechtliche Herausforderungen können die Belastungssituation von Betroffenen verstärken. Im Rahmen eines intensivierten Beratungsangebots zu beruflichen Unterstützungsbedarfen werden Daten von Ratsuchenden in 28 KBS deutschlandweit seit 2025 fortlaufend erhoben. Zur Erfassung subjektiv erlebter Belastung von Ratsuchenden in Krebsberatungsstellen wird das Distress-Thermometer als etabliertes Instrument verwendet.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel dieses Beitrags ist es, Distress bei Ratsuchenden zu beschreiben und soziökonomische Unterschiede abzubilden.
Material & Methoden: Die Analyse basiert auf einer laufenden Online-Befragung von Ratsuchenden mit beruflichen Anliegen aus KBS. Die Befragung erfolgt zu Beginn der Beratung (T0) und sechs Monate nach Beratungsbeginn (T1). Distress wird auf einer Skala von 0 bis 10 erfasst, wobei höhere Werte eine höhere Belastung bedeuten. Für die deskriptive Auswertung werden Unterschiede nach Geschlecht, Bildungsabschluss und Nettoäquivalenzeinkommen betrachtet.
Ergebnisse: Zum aktuellen Auswertungszeitpunkt umfasst die Stichprobe 195 Ratsuchende, davon 84% Frauen. Das mediane Alter beträgt 54 Jahre (IQR = 48–58). Der mediane Distress zu T0 liegt in der Gesamtstichprobe bei 7. Nach Geschlecht zeigen sich deskriptive Unterschiede: Frauen (n = 158; Median = 7, 6–8), Männer (n = 31; Median = 6, 4,5–8). Nach Bildungsabschluss zeigen sich geringe Unterschiede: niedrig (n = 19; Median = 7, 5–8,5), mittel (n = 67; Median = 7, 5–8), hoch (n = 101; Median = 7, 6–8). Nach dem Nettoäquivalenzeinkommen zeigen sich Unterschiede: niedrig (n = 24; Median = 8, 6–9), mittel (n = 125; Median = 7, 5–8), hoch (n = 30; Median = 7, 7–8).
Diskussion: Es zeigt sich eine hohe Belastung von Ratsuchenden zu Beratungsbeginn. Deskriptive Unterschiede finden sich vor allem nach Nettoäquivalenzeinkommen, während nach Bildungsabschluss nur geringe Unterschiede erkennbar sind. Aufgrund kleiner Gruppengrößen in einzelnen Subgruppen sind die Befunde mit Zurückhaltung zu interpretieren. Zum Kongress werden bereits erste Ergebnisse der Sechsmonatsbefragung vorgestellt werden.
Take Home Message für die Praxis: Ratsuchende in der beruflichen Beratung von KBS sind zu Beratungsbeginn psychosozial belastet; sozioökonomische Unterschiede, insbesondere nach Einkommen, sollten in Beratung und Unterstützungsangeboten frühzeitig mitgedacht werden.
Interessenkonflikte: HL, CB, SKS und CK sind bei der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. angestellt.



