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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Hausarztpraxen im Web-Check: eine Analyse der digitalen Präsenz in Baden-Württemberg

Mohammad Reza Nikbin - Universitätsklinikum Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin & Interprofessionelle Versorgung, Tübingen, Deutschland
Stefanie Joos - Universitätsklinikum Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin & Interprofessionelle Versorgung, Tübingen, Deutschland

Text

Hintergrund: Die Digitalisierung gilt als zentraler Treiber zur Verbesserung von Versorgungsqualität, Zugänglichkeit und Effizienz im Gesundheitswesen. Hausärztliche Praxen spielen dabei eine zentrale Rolle, jedoch ist unklar, wie ausgeprägt ihre digitale Präsenz und Nutzung onlinebasierter Serviceangebote derzeit sind. Das Projekt WAu BW (Web Audit Hausarztpraxen Baden-Württemberg) untersucht deshalb den Digitalisierungsgrad hausärztlicher Praxen anhand öffentlich zugänglicher Informationen der KVBW über Arztsuche-bw.de.

Zielsetzung/Fragestellung: Analysiert wird, wie viele Praxen über eine eigene Website verfügen, welche digitalen Services (z. B. Online-Terminvergabe, eRezeptanforderung, Videosprechstunden) angeboten werden, welche technischen Qualitätsmerkmale erkennbar sind und in welchem Umfang soziale Medien oder Plattformen wie Doctolib oder Jameda genutzt werden. Zusätzlich wird ein WAu-Index entwickelt, der Unterschiede zwischen Praxen systematisch erfasst.

Material & Methoden: Die Untersuchung erfolgt als Vollerhebung aller allgemeinärztlichen Praxen in Baden‑Württemberg auf Basis von rund 5.000 Treffern der Arztsuche-bw.de. Bei vorhandener Website wird eine standardisierte Erhebung in fünf Dimensionen durchgeführt: (1) Basisinformationen, (2) digitale Services, (3) technische Qualität, (4) digitale Sichtbarkeit und (5) Integration in digitale Versorgungsstrukturen. Die Items werden mit 0, 1 oder 2 Punkten bewertet und zu einer Gesamtpunktzahl (WAu-Index) aggregiert. Eine vorgeschaltete Pilotphase dient der Validierung und Feinjustierung des Erhebungsrasters.

Ergebnisse: Die Auswertung wird bis zum Kongress abgeschlossen sein und umfasst deskriptive Analysen, regionale Vergleiche sowie die Identifikation typischer Digitalisierungsprofile. Es werden deutliche Unterschiede zwischen Praxen hinsichtlich Website-Inhalten, Serviceangeboten und technischer Qualität erwartet. Der entwickelte WAu-Index ermöglicht darüber hinaus eine differenzierte vergleichende Einordnung verschiedener Praxistypen.

Diskussion: Die Studie liefert eine systematische Übersicht zur digitalen Aufstellung hausärztlicher Praxen in Baden-Württemberg und schafft damit eine Grundlage für weiterführende Analysen sowie gesundheitspolitische und versorgungspraktische Implikationen.

Take Home Message für die Praxis: Die Untersuchung zeigt signifikante Unterschiede in der digitalen Präsenz und den angebotenen Services. Der entwickelte WAu-Index ermöglicht eine differenzierte Vergleichbarkeit der Praxen und bildet die Grundlage für weiterführende Analysen und gesundheitspolitische Entscheidungen.

Interessenkonflikte: Keine