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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Usability-Evaluation der No-Code-Plattform „Computerized Intervention Authoring System“ (CIAS) zur Entwicklung digitaler Gesundheitsinterventionen

Eva Maria Noack - Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Allgemeinmedizin, Göttingen, Deutschland
Steven J. Ondersma - Michigan State University, College of Human Medicine, Charles Stewart Mott Department of Public Health, USA
Philipp Wieder - Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen, Göttingen, Deutschland; Universität Göttingen, Institut für Informatik, Göttingen, Deutschland
Frank Müller - Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Allgemeinmedizin, Göttingen, Deutschland; Michigan State University, College of Human Medicine, Department of Family Medicine, USA

Text

Hintergrund: Die Entwicklung digitaler Gesundheitsinterventionen erfordert erhebliche finanzielle Ressourcen und technische Expertise, was insbesondere für kleinere Forschungsgruppen und partizipative Projekte eine Barriere darstellt. No-Code-Plattformen wie CIAS adressieren diese Herausforderung, indem sie Forschenden ermöglichen, über grafische Oberflächen ohne Programmierkenntnisse eigene Interventionen zu entwickeln. CIAS wurde speziell für die Gesundheitsforschung entwickelt und bietet Multimedia-Integration, adaptive Pfade, Randomisierung und SMS-Funktionen. Die Interventionen laufen als Web-Apps plattformübergreifend. Unklar ist jedoch, wie schnell die Nutzung von CIAS von Forschenden ohne IT-Hintergrund erlernbar ist.

Zielsetzung/Fragestellung: Wie bewerten Gesundheitsforschende ohne technischen Hintergrund die Usability von CIAS nach einer kurzen Schulung?

Material & Methoden: Evaluation der Nutzererfahrungen mittels System Usability Scale (SUS) und qualitativen Fragen zu Herausforderungen und Anwendungsmöglichkeiten nach einer Schulung. Diese umfasste eine theoretische Einführung (75 Min.), Hands-On-Einheit zur Entwicklung eigener Interventionsprototypen (90 Min.) und Ergebnispräsentation (15 Min.).

Ergebnisse: 16 von 18 Teilnehmenden (88,9%) nahmen an der Evaluation teil. Der mittlere SUS-Score betrug 70,8 (SD=16,2, Range 32,5-95,0), was für gute, jedoch nicht exzellente Nutzbarkeit spricht. 15 Teilnehmende erstellten funktionale Prototypen zu diversen Themen (Ernährung, psychische Gesundheit, Gesundheitskompetenz, krankheitsspezifische Anwendungen). Als Stärken wurde die intuitive Bedienung und der schnelle Einstieg ohne Programmiererfahrung hervorgehoben. Herausforderungen stellten das Verständnis der Programmstruktur, Verzweigungslogik und die Funktionen der Erzählfiguren.

Diskussion: Der SUS-Score deutet auf gute Erlernbarkeit hin. Die große Variabilität zeigt unterschiedliche Nutzererfahrungen. Technische Probleme während der Schulung beeinflussten vermutlich die Bewertung und verdeutlichen, dass CIAS trotz No-Code-Ansatz neben Deployment und Wartung auch Support benötigt. Die erfolgreiche Prototypen-Entwicklung innerhalb von 90 Minuten belegt jedoch die praktische Machbarkeit.

Take Home Message für die Praxis: No-Code-Plattformen wie CIAS ermöglichen die eigenständige Entwicklung digitaler Interventionen. Eine Plattform mit vielfältigen Funktionen erfordert mehr als eine kurze Schulung, doch der Gesamtlernaufwand bleibt überschaubar. Dies reduziert Abhängigkeiten von externen Entwickler:innen und ermöglicht eine Demokratisierung digitaler Gesundheitsforschung.

Interessenkonflikte: Keine