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- Interprofessionelle Deprescribing-Intervention für psychotrope, sedierende und anticholinerge Arzneimittel in der hausärztlichen Versorgung: Ergebnisse einer Mixed-Methods-Machbarkeitsstudie (PARTNER)
Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Interprofessionelle Deprescribing-Intervention für psychotrope, sedierende und anticholinerge Arzneimittel in der hausärztlichen Versorgung: Ergebnisse einer Mixed-Methods-Machbarkeitsstudie (PARTNER)
Text
Hintergrund: In der hausärztlichen Versorgung wird Deprescribing bei älteren Patient:innen bislang unzureichend umgesetzt und ist insbesondere bei psychotropen, sedierenden und anticholinergen Arzneimitteln herausfordernd. Eine strukturierte Zusammenarbeit zwischen Hausärzt:innen und Apotheker:innen könnte diesen Prozess sinnvoll unterstützen.
Zielsetzung/Fragestellung: Untersuchung von Machbarkeit, Akzeptanz sowie Barrieren und fördernden Faktoren der Implementierung der PARTNER-Intervention und explorativer medikationsbezogener Effekte.
Material & Methoden: Prospektive, einarmige Mixed-Methods-Machbarkeitsstudie in vier Clustern (je eine Hausarztpraxis und Apotheke) in Bayern. Eingeschlossen wurden Patient:innen ≥65 Jahre mit Multimedikation und ≥1 Zielarzneimittel. Die Intervention umfasste eine interprofessionelle Schulung, ‚Empowerment‘-Broschüren für Patient:innen, eine Medikationsanalyse sowie ein Shared-Decision-Making-Gespräch. Rekrutierung, Retention und Umsetzung der Intervention wurden über drei Monate quantitativ erfasst. Akzeptanz sowie Barrieren und fördernde Faktoren wurden qualitativ durch Interviews mit Hausärzt:innen und Apotheker:innen erhoben und thematisch (COM-B-Modell) ausgewertet. Als explorative medikationsbezogene Endpunkte wurden insbesondere Änderungen des Drug Burden Index (DBI) untersucht.
Ergebnisse: Vier Cluster rekrutierten 28 Patient:innen. Die Retention war vollständig; zentrale Interventionskomponenten wurden bei den meisten Patient:innen umgesetzt. Sicherheitsrelevante Ereignisse wurden nicht berichtet. Der mittlere DBI sank von 0,47 (T0) auf 0,35 (T1) nach drei Monaten; 28,6% erreichten eine Reduktion ≥0,15. Hausärzt:innen und Apotheker:innen nahmen Deprescribing als klinisch anspruchsvoll wahr. Die Zusammenarbeit wurde durch klare Rollenverteilung und pharmazeutische Expertise erleichtert, aber durch begrenzte Kommunikation erschwert. Die Patientenbeteiligung variierte in Abhängigkeit von kognitiven Voraussetzungen und symptombezogenen Überzeugungen.
Diskussion: Die Intervention erwies sich im hausärztlichen Setting als umsetzbar und gut akzeptiert. Barrieren bestehen jedoch hinsichtlich Risikowahrnehmung, Patienteneinbindung und interprofessioneller Kommunikation. Die Ergebnisse lieferten Ansatzpunkte zur Optimierung im Hinblick auf eine cluster-randomisierte Evaluation.
Take Home Message für die Praxis: Deprescribing kann durch strukturierte Zusammenarbeit von Hausärzt:innen und Apotheker:innen unterstützt werden. Entscheidend sind klare Rollen, verlässliche Abstimmung und das Einbeziehen der Patient:innen in Therapieentscheidungen.
Interessenkonflikte: Keine



