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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Wie wird ein sektorenübergreifender multimodaler Versorgungspfad von multimorbiden älteren Patient:innen angenommen? Ergebnisse einer qualitativen Interviewstudie
Text
Hintergrund: Aufgrund der demographischen Entwicklung steigt die Prävalenz multimorbider und gebrechlicher älterer Patient:innen. Diese weisen ein erhöhtes Risiko für Krankenhauseinweisungen und therapiebedingte Belastungen auf. Die Kombination aus Multimorbidität, Gebrechlichkeit und den damit verbundenen Belastungen kann zu Dekompensation, Autonomieverlust und verminderter Lebensqualität führen. Der innovative Versorgungspfad eliPfad adressiert diese Herausforderungen mittels einer komplexen Intervention.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel dieser qualitativen Interviewstudie war es, die Akzeptanz eines sektorenübergreifenden, multimodalen Versorgungspfades bei älteren, multimorbiden Patient:innen und deren Leistungserbringenden zu untersuchen.
Material & Methoden: Halbstrukturierte Interviews bildeten die Grundlage der Datenerhebung. Die Transkripte wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker ausgewertet. Die Analyse orientierte sich an den Konstrukten des Theoretischen Frameworks der Akzeptanz von Sekhon et al., darunter Selbstwirksamkeit, Kohärenz und Opportunitätskosten. Es wurden die Perspektiven der Patient:innen und Leistungserbringenden einbezogen.
Ergebnisse: Bei der Umsetzung einzelner Interventionskomponenten zeigten alle 29 Patient:innen und 20 Leistungserbringenden eine hohe Selbstwirksamkeit. Die Nutzungsintensität der Komponenten variierte. Die wahrgenommene Kohärenz der Intervention unterschied sich zwischen den Patient:innen, während die Leistungserbringenden ein hohes Verständnis für eliPfad zeigten. Patient:innen berichteten von geringen Opportunitätskosten, da kaum zusätzliche Belastungen wahrgenommen wurden. Hingegen äußerten die Leistungserbringenden erhöhte Opportunitätskosten bei Nichtteilnahme der Hausärzt:innen, u. a. durch Informationsverluste und Mehrarbeit.
Diskussion: Die Ergebnisse deuten auf eine hohe Akzeptanz von eliPfad hin. Die variierende Nutzung einzelner Komponenten und das unterschiedliche Verständnis der Patient:innen sprechen dafür, dass die Versorgung durch eine stärkere Anpassung der Maßnahmen an individuelle Bedürfnisse verbessert werden kann. Eine engere sektorenübergreifende Zusammenarbeit könnte die Kontinuität der Versorgung fördern und die Belastungen für Patient:innen und Leistungserbringende senken.
Take Home Message für die Praxis: Die neue Versorgungsform eliPfad wird von multimorbiden älteren Patient:innen weitgehend angenommen. Eine stärkere patientenzentrierte und sektorenübergreifende Ausrichtung könnte die Versorgungskontinuität verbessern und Belastungen für Leistungserbringende reduzieren.
Interessenkonflikte: Keine



