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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Prostatakrebsscreening und Effekte auf Mortalität und Diagnoseraten: aktualisierter Cochrane-Review

Juan Victor Ariel Franco - Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Cochrane Evidence Synthesis Deutschland/UK Düsseldorf Subunit, Institut für Allgemeinmedizin, Centre for Health and Society, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
Eu Chang Hwang - Chonnam National University Medical School, Chonnam National University Hwasun Hospital, Department of Urology, Hwasu, Korea, Republik
Jae Hung Jung - Yonsei University Wonju College of Medicine, Department of Urology, Wonju, Korea, Republik; Yonsei University Seoul, Center of Evidence-Based Medicine, Institute of Convergence Science, Seoul, Korea, Republik
Octavio Vaimberg - Universidad Hospital Italiano, School of Medicine, Argentinien
Dragan Ilic - Monash University, Department of Epidemiology and Preventive Medicine, School of Public Health and Preventive Medicine, Australien
Anne Cleves - Cardiff University Library Services, Velindre NHS Trust, Cardiff, Großbritannien
Philipp Dahm - Minneapolis VA Health Care System, Urology Section, Minneapolis, USA

Text

Hintergrund: Das Screening auf Prostatakrebs bleibt kontrovers. Eine frühere Cochrane-Übersicht (2013) zeigte keinen signifikanten Effekt auf die Mortalität. Neue randomisierte Studien und längere Nachbeobachtungszeiten machen eine Aktualisierung erforderlich.

Zielsetzung/Fragestellung: Untersuchung der Effekte eines Prostatakrebsscreenings im Vergleich zu keinem Screening bei Männern ohne vorherige Diagnose.

Material & Methoden: Systematische Übersichtsarbeit unter Anwendung standardisierter Cochrane-Methoden (Studienauswahl, Datenextraktion, Bias-Bewertung, Metaanalyse, GRADE). Systematische Suche in mehreren Datenbanken bis zum 19. November 2025 ohne Sprachrestriktionen.

Ergebnisse: Sechs randomisierte kontrollierte Studien mit 789.086 Teilnehmenden wurden eingeschlossen, darunter die zentralen Studien: European Randomized Study of Screening for Prostate Cancer (ERSPC), Prostate, Lung, Colorectal and Ovarian Cancer Screening Trial (PLCO) und Cluster Randomized Trial of PSA Testing for Prostate Cancer (CAP) Trial. Die Evidenz umfasst Langzeitnachbeobachtungen bis zu 23 Jahren, insbesondere aus der ERSPC-Studie.

[Tab. 1]

Tabelle 1. Zusammenfassung der Ergebnisse – PSA-Screening vs. kein Screening

Diskussion: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass PSA-basiertes Screening die krankheitsspezifische Mortalität wahrscheinlich reduziert, wobei die Evidenz maßgeblich auf Langzeitdaten beruht. Gleichzeitig führt das Screening zu einer erhöhten Diagnoserate und potenzieller Überdiagnose. Die Bewertung des Netto-Nutzens hängt wesentlich von klinischen Schwellenwerten und individuellen Präferenzen ab.

Take Home Message für die Praxis: Das PSA-Screening kann die prostatakrebsspezifische Mortalität senken, geht jedoch mit einer erhöhten Diagnoserate einher. Die Entscheidung für oder gegen ein Screening, sollte im Rahmen einer informierten und partizipativen Entscheidungsfindung (shared decision making) getroffen werden.

Interessenkonflikte: Keine