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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Leitlinienevidenz zur Versorgung von Menschen mit PCC – ein partizipatorisches Projekt (MAP-PCC)
Text
Hintergrund: Das Post-COVID-19-Syndrom (PCS) ist durch eine hohe Symptomheterogenität und relevante Einschränkungen von Lebensqualität und Teilhabe gekennzeichnet. Die Versorgung erfolgt häufig symptomorientiert, wobei klinische Leitlinien eine zentrale Rolle für Diagnostik und Prävention spielen. Angesichts begrenzter Primärevidenz ist jedoch unklar, in welchem Ausmaß diese Empfehlungen evidenzbasiert sind.
Zielsetzung/Fragestellung: Systematische Identifikation und Analyse von Leitlinien zu PCS mit Fokus auf Art, Inhalt und Evidenzbasis der Empfehlungen.
Material & Methoden: Es wurde ein unter https://osf.io/vy52j/ registriertes Scoping Review unter Einbeziehung von Betroffenen im Rahmen eines partizipatorischen Ansatzes durchgeführt. Eingeschlossen wurden evidenz- und konsensbasierte Leitlinien zu PCS. Empfehlungen wurden extrahiert, thematisch kategorisiert und nach methodischer Grundlage klassifiziert. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Gesundheit gefördert (2524FSB087).
Ergebnisse: Insgesamt wurden 333 Suchtreffer über Leitliniendatenbanken und bibliografische Datenbanken identifiziert und gescreent. 24 nationale und internationale Leitlinien wurden eingeschlossen und 720 Empfehlungen extrahiert. Der Großteil der Empfehlungen adressiert diagnostische und präventive Maßnahmen. Erste Analysen zeigen, dass die Empfehlungen überwiegend auf Konsens (~85%) basieren, während nur ein kleiner Anteil explizit evidenzbasiert ist (~7%). Ein weiterer Anteil (~8%) weist keine eindeutige methodische Zuordnung auf.
Diskussion: Die Ergebnisse verdeutlichen eine begrenzte Evidenzbasis für PCS-bezogene Empfehlungen. Die starke Dominanz konsensbasierter Empfehlungen unterstreicht den Bedarf an qualitativ hochwertiger Primärforschung und systematischen Evidenzsynthesen. Die Versorgung von Menschen mit PCS basiert aktuell vielfach auf konsensbasierten Leitlinienempfehlungen. Eine Stärkung der Evidenzgrundlage ist notwendig, um belastbare und konsistente Empfehlungen zu ermöglichen.
Take Home Message für die Praxis: Viele Empfehlungen, wenig belastbare Evidenz – PCS-Leitlinien sind aktuell überwiegend konsensgetrieben.
Interessenkonflikte: Keine



