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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Digitale Anleitung von Professional Identity Formation mit allgemeinmedizinischem Fokus – eine qualitative Analyse von Reflexionstexten

Bettina Leeuw - Medizinische Fakultät, Universität Bielefeld, Abteilung für Allgemein- und Familienmedizin, Bielefeld, Deutschland
Lea-Mareen Höft - Medizinische Fakultät, Universität Bielefeld, Abteilung für Allgemein- und Familienmedizin, Bielefeld, Deutschland
Madita Blanke - Medizinische Fakultät, Universität Bielefeld, Abteilung für Allgemein- und Familienmedizin, Bielefeld, Deutschland; Medizinische Fakultät, Universität Bielefeld, Referat Studium und Lehre, Bielefeld, Deutschland
Julia Karpfinger - Medizinische Fakultät, Universität Bielefeld, Abteilung für Allgemein- und Familienmedizin, Bielefeld, Deutschland
Stephan Gerbaulet - Medizinische Fakultät, Universität Bielefeld, Abteilung für Allgemein- und Familienmedizin, Bielefeld, Deutschland
Tim Peters - Medizinische Fakultät, Universität Bielefeld, Abteilung für Allgemein- und Familienmedizin, Bielefeld, Deutschland; Medizinische Fakultät, Universität Bielefeld, Referat Studium und Lehre, Bielefeld, Deutschland

Text

Hintergrund: Medizinstudierende sollen parallel zum Erwerb von Wissen und Fertigkeiten ihre berufliche Identität als professionell denkende, handelnde und fühlende Ärzt:innen entwickeln. Die Förderung einer Professional Identity Formation (PIF) stellt eine große Herausforderung dar. Es handelt sich hier um einen komplexen, dynamischen Prozess, während dessen Noviz:innen im Laufe des Studiums in ihre professionelle Rolle hinein sozialisiert werden und ihr Portfolio an berufsbezogenen Werten, Haltungen und Verantwortung ausbilden. Individuelle Studienverläufe führen zu spezifisch unterschiedlichen Begegnungen mit ärztlichen Vorbildern.

PIF benötigt eine longitudinale und individuelle Begleitung durch Austausch, Mentoring und Reflexion während des gesamten Studiums.

Zielsetzung/Fragestellung: Im Modellstudiengang der Medizinischen Fakultät OWL wurde eine Moodle-basierte Plattform entwickelt, auf der Medizinstudierende während allgemeinmedizinischer Praxisphasen zu Reflexionen angeleitet werden. Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, diese gedankliche Auseinandersetzung von Medizinstudierenden im Fach Allgemeinmedizin auf die Entwicklung von PIF zu untersuchen. Inwiefern eignet sich eine digitale Plattform zur Förderung und Erfassung der professionellen Identitätsentwicklung (PIF) von Medizinstudierenden in allgemeinmedizinischen Praxisphasen?

Material & Methoden: Mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring wurde untersucht, welche Themen von den Studierenden in diesem Kontext aufgebracht werden. Die daraus abgeleiteten Kategorien wurden mit den Lernzielen des NKLM sowie mit PIF-bezogenen Sozialisationsfaktoren nach Crues et al. (2015) abgeglichen.

Ergebnisse: Aus einer umfassenden Analyse von 723 Studierendenbeiträgen wurden acht Kategorien (Ärzt:in-Patient:in-Beziehung, ambulanter Arbeitskontext, Gesundheitssystem, Kommunikation in besonderen Kontexten, Lehr-Lern-Situation, Lernstand, Persönlichkeitsentwicklung, Herausforderungen) mit 30 Subkategorien abgeleitet, die den größeren Teil der angestrebten NKLM-Lernziele sowie zentrale Sozialisationsfaktoren abdecken.

Diskussion: Die Implementierung einer digital unterstützten Reflexion von Praxisphasen ist mit gewissen Limitationen realisierbar, ermöglicht eine überraschend hohe Tiefe und Themenvielfalt und unterstützt PIF im ambulanten Kontext.

Take Home Message für die Praxis: PIF erfordert curricular verankerte Begleitung. Durch digital angeleitete Reflexion in Praxisphasen lassen sich Sozialisationsprozesse steuern, NKLM-Lernziele breit abdecken und eine professionelle ärztliche Haltung systematisch fördern.

Interessenkonflikte: Keine