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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Konfigurierbare Virtual-Reality-Lernszenarien zur kompetenz- und zukunftsorientierten Gestaltung der Pflegeausbildung in Theorie und Praxis

Jenny-Victoria Steindorff - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, AG Versorgungsforschung, Deutschland
Doreen Moos - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, AG Versorgungsforschung, Deutschland
Denny Paulicke - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, AG Versorgungsforschung, Deutschland
Patrick Jahn - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, AG Versorgungsforschung, Deutschland

Text

Hintergrund: Demografische Entwicklungen, strukturelle Veränderungen und rechtliche Reformen erhöhen die Anforderungen an pflegerische Kompetenzen. Somit gewinnen neben Fachwissen auch digitale Fähigkeiten und ethisch reflektierte Entscheidungsprozesse an Bedeutung. Simulationsbasierte Lehrformate wie Virtual Reality (VR) eröffnen neue Möglichkeiten, Auszubildende der generalistischen Pflegeausbildung (GPA) auf eine zunehmend digitalisierte Versorgung vorzubereiten sowie Diskrepanzen zwischen theoretischem Lernen und praktischer Anwendung zu adressieren.

Zielsetzung/Fragestellung: Immersive VR-Szenarien erlauben das Erleben und die strukturierte Reflexion komplexer Pflegesituationen in einem geschützten Lernraum und ermöglichen ihre realitätsnahe, multidimensionale Betrachtung. Entscheidend für den nachhaltigen Einsatz sind (medien-)didaktische Implikationen und die curriculare Verankerung. Daher sollten Lehrende die Initiation und Aufarbeitung der daraus resultierenden Lernprozesse begleiten, um metakognitive Fähigkeiten gezielt zu fördern.

Untersucht wird, unter welchen Bedingungen ein effektiver pädagogischer Mehrwert durch flexibel an Ausbildungsstand und -kontext adaptierbare VR-Szenarien generiert werden kann.

Material & Methoden: Um Potenziale und Barrieren des VR-Einsatzes in der GPA zu analysieren, basierte das BMFTR-geförderte Projekt DigiCare Configuration auf einem Mixed-Methods-Ansatz: Mittels Fokusgruppen, Workshops und Fragebögen wurden Lehrkräfte und Praxisanleitende in die nutzerzentrierte Entwicklung konfigurierbarer Lehrkonzepte iterativ involviert.

Ergebnisse: Die partizipative Entwicklung führte zu einem flexibel konfigurierbaren Lehrkonzept mit adaptiven VR-Szenarien für die Pflege. Die immersive Erfahrung von praxisnahen Versorgungssituationen stärkt sowohl die digitale Handlungssicherheit, als auch die fachlichen Kompetenzen Auszubildender.

Diskussion: Eine reflektierte Urteilsfähigkeit in komplexen Situationen ist für professionelles Pflegehandeln elementar. Hierfür kann VR einen geschützten Erfahrungsraum schaffen, erfordert allerdings eine gezielte didaktische Einbettung und angeleitete Reflexion. Damit gehen zwar zusätzliche Anforderungen an Lehrende einher, jedoch kann auch die Translation zwischen Bildungs- und Versorgungsauftrag erleichtert werden.

Take Home Message für die Praxis: Didaktisch fundiert und bedarfsorientiert einsetzbar kann VR die Theorie-Praxis-Verzahnung fördern. Durch den positiven Beitrag zur Entwicklung situativer Entscheidungs- und Handlungskompetenz kann zudem der Professionalisierungsprozess in der Pflege unterstützt werden.

Interessenkonflikte: Keine