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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Einsatz funktioneller Assessments zur objektiven Erfassung physischer Fatigue bei postinfektiösem Fatigue-Syndrom
Text
Hintergrund: Das postinfektiöse Fatigue-Syndrom ist durch persistierende Erschöpfung, Belastungsintoleranz und Post-Exertionelle Malaise gekennzeichnet. Die Erfassung der Fatigue-basiert bislang überwiegend auf subjektiven Einschätzungen der Betroffenen.
Zielsetzung/Fragestellung: Inwiefern können funktionelle Assessments zur objektiven Erfassung physischer Fatigue beim postinfektiösen Fatigue-Syndrom beitragen?
Material & Methoden: Retrospektive Querschnittsanalyse funktioneller Assessments, die bei Patient:innen in der Postinfektiösen Fatigue Ambulanz des Universitätsklinikums Ulm von Mai bis November 2025 erhoben wurden. Analysiert wurden die funktionellen Assessments Handkraftmessung zur Erfassung statischer Muskelkraft und der 1-Minute-Sit-To-Stand Test (1MSTST) zur Beurteilung dynamischer Ausdauer. Es wurden Korrelationen von Handkraft, 1MSTST und Fatigue (FAS, FSMC), depressiven Symptomen (PHQ-9), dem subjektiven Gesundheitszustand (EQ-5D VAS) sowie der somatischen Beschwerdelast (PHQ-15) untersucht und multiple lineare Regressionen durchgeführt, um zu untersuchen, inwiefern die funktionellen Assessments und subjektive Selbstberichtsskalen zur Erklärung der Fatigue beitragen.
Ergebnisse: Insgesamt lagen im Untersuchungszeitraum Daten von 145 Patient:innen vor. Die Korrelationsanalyse zeigte niedrige bis moderate Zusammenhänge der funktionellen Tests mit den psychometrischen Skalen. Sowohl Handkraft als auch 1MSTST korrelierten mit Fatigue (FAS, FSMC), EQ-5D VAS und PHQ-15 im Bereich von r = 0,24–0,46. In der multiplen Regression bestätigte sich der additive Wert eines multimodalen Ansatzes: Das optimierte Modell aus Handkraft, 1MSTST und PHQ-9 erklärte 35,7% der Varianz des FSMC-Gesamtscores (adjustiertes R² = 0,357) und übertraf Modelle mit ausschließlich funktionellen oder ausschließlich psychometrischen Parametern. Der PHQ-9 war der stärkste Einzelprädiktor, während die funktionellen Tests dennoch unabhängige Beiträge leisteten.
Diskussion: Das multimodale Modell Handkraftmessung, 1MSTST und PHQ-9 trug stärker zur Varianzaufklärung der Fatigue bei als rein funktionelle oder psychometrische Modelle. Dies unterstreicht den potenziellen Nutzen multimodaler Assessmentansätze zur differenzierten Erfassung von Fatigue bei postinfektiösem Fatigue-Syndrom.
Take Home Message für die Praxis: Multimodale Assessments ermöglichen eine differenziertere Erfassung von Fatigue und können die klinische Beurteilung gezielter unterstützen.
Interessenkonflikte: Keine



