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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Stadtteilbezogene Analyse und Prognoserechnungen von Gesundheitsversorgungsbedarfen am Beispiel Gelsenkirchen

Jenny Wielga - Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen, Gelsenkirchen, Deutschland
Peter Enste - Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen, Gelsenkirchen, Deutschland
Laura Anderle - Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen, Gelsenkirchen, Deutschland
Marina Arendt - Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen, Gelsenkirchen, Deutschland
Katja Zeume - Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen, Gelsenkirchen, Deutschland
Maren Berendonck - Stadt Gelsenkirchen, Referat Gesundheit, Gelsenkirchen, Deutschland
Theresa Weddeling - Stadt Gelsenkirchen, Referat Gesundheit, Gelsenkirchen, Deutschland
Lise Don - Stadt Gelsenkirchen, Referat Gesundheit, Gelsenkirchen, Deutschland
Lennard Schellenberger - Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen, Gelsenkirchen, Deutschland

Text

Hintergrund: Zwischen dem sozioökonomischen Hintergrund und dem Gesundheitsstatus der Bevölkerung besteht ein enger Zusammenhang. Innerhalb von Kommunen bestehen stadtteilbezogene Unterschiede hinsichtlich soziodemografischer Merkmale, die zu unterschiedlichen Versorgungsbedarfen führen. Ein vielversprechender Ansatz zur Identifikation dieser Bedarfe liegt in der Verknüpfung sozioökonomischer Daten mit Gesundheitsindikatoren auf Stadtteilebene – ergänzt um die Projektion zukünftiger Entwicklungsverläufe.

Zielsetzung/Fragestellung: Am Beispiel der Kommune Gelsenkirchen sollen stadtteilbezogene Versorgungsbedarfe mit dem aktuellen Versorgungsangebot abgeglichen werden. Zusätzlich sollen auf Basis soziodemografischer Daten und Gesundheitsdaten mathematische Prognosemodelle entwickelt werden, um zukünftige Bedarfsentwicklungen zu identifizieren und kleinräumige Implikationen abzuleiten.

Material & Methoden: In einem interdisziplinären Workshop mit Vertreter:innen der Kommune wurden relevante Fragestellungen erarbeitet sowie Indikatoren und Datenverfügbarkeit geprüft. Anschließend wurden Daten zur Soziodemografie, Diagnosedaten und Informationen zum Versorgungsangebot auf Stadtteilebene zusammengeführt und analysiert

Ergebnisse: Als eine beispielhafte zentrale Fragestellung wurde identifiziert: Wie ist der Bedarf an hausärztlicher Versorgung in einzelnen Stadtteilen und wie wird er sich entwickeln? Erste Analysen zeigen, dass die fußläufige Erreichbarkeit hausärztlicher Praxen variiert: Zentrumsnahe Stadtteile sind am besten versorgt, zentrumsferne Gebiete mit höherer Arbeitslosigkeit am schlechtesten. Weiterführende Auswertungen zu Diagnosedaten und Notfalleinsätzen auf Stadtteilebene sowie die Entwicklung von Prognosemodellen sind geplant.

Diskussion: Die Ergebnisse deuten auf eine räumliche Koinzidenz von sozialer Benachteiligung und eingeschränkter Versorgungszugänglichkeit hin. Die Methodik bietet Potenzial für eine bedarfsgerechte Versorgungsplanung. Prognosemodelle können demografische Entwicklungen frühzeitig abbilden, erfordern jedoch valide Inputdaten und kontinuierliche Aktualisierung.

Take Home Message für die Praxis: Die Kombination soziodemografischer und versorgungsbezogener Daten auf Stadtteilebene ermöglicht eine zielgenaue Identifikation von Versorgungslücken. Kleinräumige Analysen sollten als Planungsinstrument genutzt werden, um präventiv auf veränderte Bedarfslagen zu reagieren – insbesondere in sozial benachteiligten Stadtteilen.

Kurzvorstellung des/r Workshop-leitenden Person/en: Der Workshop wird gestaltet und geleitet durch den Sprecherkreis der Arbeitsgruppe Erhebung und Nutzung von Sekundärdaten – AGENS.

Interessenkonflikte: Keine