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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Soziallagensensible Gesundheitsanalysen auf Quartiersebene: Erkenntnisse aus dem Mixed-Method-Projekt „Gesunde Quartiere 2.0“

Juliane von Eitzen - Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Fakultät Gesundheit, Competence Center Gesundheit, Hamburg, Deutschland
Leonie Corinth - Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Fakultät Gesundheit, Competence Center Gesundheit, Hamburg, Deutschland
Lasse Jenner-Nissen - Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Fakultät Gesundheit, Competence Center Gesundheit, Hamburg, Deutschland
Natalie Krämer - Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Fakultät Gesundheit, Competence Center Gesundheit, Hamburg, Deutschland
Denise Kubat - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung (ISMG), Magdeburg, Deutschland
Johann Popp - Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Fakultät Gesundheit, Competence Center Gesundheit, Hamburg, Deutschland
Linda Völtzer - Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Fakultät Gesundheit, Competence Center Gesundheit, Hamburg, Deutschland
Jörg Pohlan - HafenCity Universität Hamburg, Hamburg, Deutschland
Enno Swart - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung (ISMG), Magdeburg, Deutschland
Sabine Wöhlke - Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Fakultät Gesundheit, Competence Center Gesundheit, Hamburg, Deutschland
Susanne Busch - Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Fakultät Gesundheit, Competence Center Gesundheit, Hamburg, Deutschland

Text

Hintergrund: Gesundheitsförderung, die sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen wirksam erreicht, trägt sowohl zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung als auch zur Reduktion gesundheitlicher Ungleichheiten bei. Frühzeitige Ansprache sowie die Förderung von Teilhabechancen können langfristig vermeidbare Belastungen reduzieren.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel ist die Untersuchung von soziallagenspezifischen Unterschieden von Gesundheitsressourcen und -belastungen auf kleinräumiger Ebene sowie die Identifizierung von Ansatzpunkten für eine soziallagensensible Gesundheitsförderung.

Material & Methoden: Im Projekt „Gesunde Quartiere 2.0“ (gefördert durch den Innovationsfonds des G-BA, FKZ: 01VSF22038) werden multiple Datenquellen integriert (reaktive und non-reaktive quantitative, qualitative sowie kontextuell-räumliche Daten). Die Analyse erfolgt kleinräumig auf Ebene statistischer Gebiete des Hamburger Sozialmonitorings (Quartiere), wobei der jeweilige Sozialindex als Proxy für die individuelle soziale Lage dient. Die Datenauswertung erfolgt soziallagendifferenziert und wird mittels eines iterativen Mixed-Methods-Ansatzes zusammengeführt.

Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen ausgeprägte soziale Gradienten in Gesundheitsressourcen und wahrgenommenen Belastungen. Mit sinkender Statusindexklasse nehmen berichtete Stressoren, eingeschränkte soziale Unterstützung und reduzierte Teilhabechancen zu. Demgegenüber weisen höhere Statusindexklassen stärkere gesundheitsförderliche Ressourcen, einschließlich eines ausgeprägteren Kohärenzgefühls, auf. Die Befunde unterstreichen die Relevanz ressourcenorientierter und soziallagensensibler Strategien, die auf die Gestaltung lebensweltlicher, umweltbezogener und struktureller Bedingungen abzielen.

Diskussion: Gesundheitliche Ungleichheiten sind maßgeblich durch soziale Determinanten und Lebensbedingungen geprägt und lassen sich nicht auf individuelles Verhalten reduzieren. Salutogenetisch ausgerichtete Interventionen, die Ressourcen stärken und Belastungen reduzieren, können ein wirksames Potenzial zur Förderung gesundheitlicher Chancengleichheit bieten.

Take Home Message für die Praxis: Anhand kleinräumiger, soziallagenspezifischer Analysen können Ansatzpunkte identifiziert werden, die als Grundlage für die Planung und Umsetzung gesundheitsfördernder Maßnahmen systematisch genutzt werden können.

Interessenkonflikte: Keine