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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Sind Menschen mit Übergewicht und Adipositas häufiger von Mobbing am Arbeitsplatz betroffen? Sekundäranalyse einer repräsentativen Erwerbstätigenbefragung in Deutschland

Alina Seibel - Universität Leipzig, Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP), Leipzig, Deutschland
Antonia M. Buß - Universität Leipzig, Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP), Leipzig, Deutschland
Franziska D. Welzel - Universität Leipzig, Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP), Leipzig, Deutschland
Franziska Ulrike Jung - Universität Leipzig, Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP), Leipzig, Deutschland
Alexander Pabst - Universität Leipzig, Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP), Leipzig, Deutschland
Hermann Burr - Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BauA), Deutschland
Uwe Rose - Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BauA), Deutschland
Andreas Seidler - Technische Universität Dresden, Institut und Poliklinik für Arbeits- und Sozialmedizin (IPAS), Dresden, Deutschland
Steffi Gerlinde Riedel-Heller - Universität Leipzig, Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP), Leipzig, Deutschland
Margrit Löbner - Universität Leipzig, Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP), Leipzig, Deutschland

Text

Hintergrund: Übergewicht und Adipositas stellen zentrale Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit dar. Obwohl sie mit erheblichen Auswirkungen im beruflichen Kontext verbunden sind, wurden sie im Zusammenhang mit Mobbing am Arbeitsplatz in Deutschland bislang wenig untersucht.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der vorliegenden Studie war es zu untersuchen, ob Erwerbstätige mit Übergewicht oder Adipositas häufiger von Mobbing am Arbeitsplatz betroffen sind als Erwerbstätige mit Normalgewicht.

Material & Methoden: Daten von 4.894 Erwerbstätigen aus einer großen bevölkerungsrepräsentativen Studie zum Thema Mobbing in der Arbeitswelt in Deutschland wurden im Rahmen einer Sekundärdatenanalyse ausgewertet. Deskriptive Analysen wurden verwendet, um die Prävalenz von Mobbing am Arbeitsplatz in Abhängigkeit vom Body Mass Index (BMI) zu untersuchen. Binär logistische Regressionsanalysen wurden gerechnet, um den Einfluss von BMI, soziodemografischen und berufsbezogenen Faktoren sowie psychosozialen Belastungsfaktoren auf 1) Mobbing Gesamt [Kolleg:innen und/oder Vorgesetzte], 2) Mobbing durch Kolleg:innen und 3) Mobbing durch Vorgesetzte zu untersuchen.

Ergebnisse: Die Prävalenz von Mobbing Gesamt betrug 8,2 % bei Erwerbstätigen mit Adipositas und 6,2 % bei Erwerbstätigen mit Übergewicht. Es konnten keine signifikanten Gruppenunterschiede im Vergleich zu Erwerbstätigen mit Normalgewicht festgestellt werden. Die Ergebnisse der Regressionsanalysen zeigten einen Zusammenhang zwischen Adipositas und Mobbing Gesamt (OR = 1,77; 95% CI: 1,13–2,80) sowie Mobbing durch Kolleg:innen (OR = 1,96; 95% CI: 1,13–3,38). Besonders vulnerable Gruppen umfassten jüngere Erwerbstätige, Erwerbstätige mit niedrigem Bildungsniveau, Erwerbstätige mit Beschäftigung in kleinen und Kleinstunternehmen sowie Erwerbstätige mit hohem Zeitdruck auf Arbeit und einem Mangel an sozialer Unterstützung durch Kolleg:innen.

Diskussion: Die Ergebnisse unterstreichen die Relevanz soziodemografischer und berufsbezogener Faktoren sowie psychosozialer Belastungsfaktoren für das Verständnis des Zusammenhangs zwischen BMI und Mobbing am Arbeitsplatz und verdeutlichen die hohe Komplexität des Themas.

Take Home Message für die Praxis: Präventionsmaßnahmen gegen Mobbing am Arbeitsplatz sollten die spezifischen Bedürfnisse besonders vulnerabler Gruppen gezielt berücksichtigen, um eine sichere und gesunde Arbeitsumgebung zu fördern.

Interessenkonflikte: Keine