Logo

Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Psychische Gesundheit bei Erwerbstätigen und die Rolle von Mobbing am Arbeitsplatz – Ergebnisse aus der aktuellen Mobbing-Studie

Franziska D. Welzel - Universität Leipzig, Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP), Medizinische Fakultät, Leipzig, Deutschland
Antonia Buß - Universität Leipzig, Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP), Medizinische Fakultät, Leipzig, Deutschland
Franziska Ulrike Jung - Universität Leipzig, Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP), Medizinische Fakultät, Leipzig, Deutschland
Alexander Pabst - Universität Leipzig, Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP), Medizinische Fakultät, Leipzig, Deutschland
Hermann Burr - Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Deutschland
Uwe Rose - Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Deutschland
Andreas Seidler - Technische Universität Dresden, Institut und Poliklinik für Arbeits- und Sozialmedizin (IPAS), Dresden, Deutschland
Steffi Gerlinde Riedel-Heller - Universität Leipzig, Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP), Medizinische Fakultät, Leipzig, Deutschland
Margrit Löbner - Universität Leipzig, Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP), Medizinische Fakultät, Leipzig, Deutschland

Text

Hintergrund: Fehlzeiten aufgrund von psychischen Erkrankungen haben in den letzten Jahren stetig zugenommen. Zugleich wird Mobbing am Arbeitsplatz als einflussreicher Faktor diskutiert, der auf die psychische Gesundheit von Beschäftigten wirkt.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Studie war es, die Prävalenz von depressiven Symptomen, Angstsymptomen und beruflichem Stress bei abhängig Erwerbstätigen in Deutschland zu erfassen und separat für Geschlecht und Mobbing am Arbeitsplatz darzustellen. Weiteres Ziel war es, Risikofaktoren zu identifzieren, die mit Depressivität, Angst und beruflichem Stress assoziiert sind.

Material & Methoden: Datenbasis ist eine repräsentative Telefonbefragung mit N=5.015 abhängig Erwerbstätigen, die von August 2023 bis Januar 2024 durchgeführt wurde. Prävalenzen werden als gewichtete und gepoolte Schätzungen über multiple imputierte Datensätze dargestellt. Analysen umfassen multivariable logistische Regressionsmodelle mit dem Ziel, soziodemografische (Alter, Geschlecht, Bildung, Familienstand) sowie arbeits- und gesundheitsbezogene Variablen (Mobbing, beruflicher Status, Vollzeitbeschäftigung, Zeitarbeit, Arbeitszeit in Stunden/Woche, Krankentage) zu ermitteln, die mit Depressivität (PHQ-8), Angst (GAD-2) und beruflichem Stress (≥7 auf einer Skala von 0 bis 10) assoziiert sind.

Ergebnisse: Depressive sowie Angstsymptome waren bei 12,4% (95%CI: 11.2-13.8) bzw. 11,4% (95%CI: 10.2-12.7) der Beschäftigten vorhanden. Hoher beruflicher Stress wurde von 41,7% (95%CI: 39.9 – 43.5) der Befragten berichtet. Frauen berichteten häufiger als Männer und Mobbing-Betroffene häufiger als Nicht-Betroffene von Depressivität, Angst und hohem beruflichem Stress. Ergebnisse der multivariablen Regressionsmodelle zeigen z.T. unterschiedliche Assoziationsprofile für die drei psychischen Gesundheitsoutcomes auf. Während z.B. ein höheres Lebensalter mit einer niedrigeren Chance für das Berichten von Depressivität und Angst assoziiert war, drehte sich dieser Zusammenhang für hohen beruflichen Stress um.

Diskussion: Der Beitrag gibt Einblicke in aktuelle und repräsentative Zahlen zur psychischen Gesundheit von Beschäftigten in Deutschland. Dabei zeigt sich, dass insbesondere Mobbing als substantieller Risikofaktor mit psychischen Belastungen von Erwerbstätigen assoziiert ist.

Take Home Message für die Praxis: Strategien zur Prävention von Mobbing am Arbeitsplatz können einen Beitrag zur Stärkung der psychischen Gesundheit Erwerbstätiger leisten.

Interessenkonflikte: Keine