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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Reicht die Gesundheitskompetenz eines Elternteils? Ergebnisse von Mutter-Vater-Dyaden der KUNO-Kids-Gesundheitsstudie

Magdalena Rohr - Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Regensburg, (KUNO-Kliniken), Regensburg, Deutschland; Barmherzige Brüder, Klinik St. Hedwig, Wissenschafts- und Entwicklungscampus (WECARE), Deutschland
Maja Pawellek - Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Regensburg, (KUNO-Kliniken), Regensburg, Deutschland; Barmherzige Brüder, Klinik St. Hedwig, Wissenschafts- und Entwicklungscampus (WECARE), Deutschland
Angela Köninger - Barmherzige Brüder, Klinik St. Hedwig, Wissenschafts- und Entwicklungscampus (WECARE), Deutschland; Klinik für Geburtshilfe und Frauenheilkunde der Universität Regensburg, Klinik St. Hedwig, Regensburg, Deutschland
Michael Kabesch - Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Regensburg, (KUNO-Kliniken), Regensburg, Deutschland; Barmherzige Brüder, Klinik St. Hedwig, Wissenschafts- und Entwicklungscampus (WECARE), Deutschland
Christian Apfelbacher - Barmherzige Brüder, Klinik St. Hedwig, Wissenschafts- und Entwicklungscampus (WECARE), Deutschland; Otto von Guericke Universität Magdeburg, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Magdeburg, Deutschland
Susanne Brandstetter - Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Regensburg, (KUNO-Kliniken), Regensburg, Deutschland; Barmherzige Brüder, Klinik St. Hedwig, Wissenschafts- und Entwicklungscampus (WECARE), Deutschland

Text

Hintergrund: Gesundheitskompetenz (GK) beschreibt die Fähigkeit, gesundheitsbezogene Informationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und anzuwenden. Die GK von Eltern spielt eine zentrale Rolle bei Gesundheitsentscheidungen für ihre Kinder. Bisherige Studien zur elterlichen GK untersuchten meist nur die GK eines Elternteils – bevorzugt der Mutter. Potenzielle Unterschiede zwischen Müttern und Vätern innerhalb eines Elternpaares blieben weitgehend unberücksichtigt, obwohl es für Forschung und Praxis relevant ist zu wissen, wie stark die GK innerhalb von Elternpaaren übereinstimmt und ob die GK eines Elternteils die familiäre GK hinreichend repräsentiert.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel war die Analyse der GK von Elternpaaren.

Diskussionspunkt: Insgesamt zeigte sich, dass Mütter im Mittel eine höhere GK als Väter aufweisen. Die geringe Intraklassen-Korrelation deutet darauf hin, dass die GK der beiden Elternteile nur schwach übereinstimmt. Somit kann der GK eines Elternteils nicht zuverlässig auf die GK des anderen Elternteils oder eine familiäre GK geschlossen werden.

Inhalt: Im Rahmen des 5-Jahres-Follow-ups der KUNO-Kids Geburtskohorte lagen von N=644 Mütter-Väter-Paaren Informationen zur GK vor. Die GK wurde mit der 16-Item-Skala zur Krankheitsbewältigung des HLS-EU Fragebogens erhoben. Ausgeschlossen wurden Fälle, in denen Mütter für Väter den Fragebogen ausfüllten (N=81) oder nur ein Elternteil Angaben gemacht hatte (N=18). Die Analysen erfolgten auf Paarebene mittels deskriptiver Statistik. Die selbsteingeschätzte GK lag bei Müttern im Mittel bei M=40,3 (SD=7,3) und bei Vätern bei M=38,3 (SD=8,0). Bei 48,8% der Paare hatten die Mütter eine höhere GK, bei 38,7% die Väter und bei 9,8% ergab sich ein gleiches GK-Level. Die GK von Müttern und Vätern korrelierte moderat (r=,279; p<,001). Im Mittel lag der Unterschied innerhalb eines Paares bei M=2,0 (SD=9,2), die Intraklassen-Korrelation zeigte eine geringe Übereinstimmung (ICC=,28; p<,001).

Take Home Message für die Praxis: Künftige Studien sollten bei der Untersuchung der GK mögliche Unterschiede innerhalb eines Elternpaares bedenken und je nach Fragestellung die GK beider Elternteile erheben. Für Beratung, Prävention und Versorgung bedeutet dies, Informations- und Unterstützungsangebote an der GK beider Elternteile auszurichten bzw. entsprechend anzupassen.

Interessenkonflikte: Prof. Dr. Christian Apfelbacher ist Principal Investigator (PI) und Sprecher der Forschungsgruppe HELICAP sowie Mitglied des Kongresspräsidiums der DGMSP; das Abstract ist im Rahmen der Forschungsgruppe HELICAP entstanden.