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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Bewegungsmangel in der Gesellschaft: Assoziationen mit Gesundheitskompetenz und Wohlbefinden bei Jugendlichen und Erwachsenen
Text
Hintergrund: Bewegungsmangel und langes Sitzen sind zentrale Risikofaktoren für nicht-übertragbare Krankheiten. Die WHO empfiehlt daher Erwachsenen wöchentlich 150–300 Minuten moderate oder 75–150 Minuten intensive Bewegung. Jugendliche sollten täglich mindestens 60 Minuten aktiv sein. Zudem sollte die Sitzzeit minimiert und Krafttraining regelmäßig durchgeführt werden. Aktuell werden diese Ziele häufig nicht erfüllt. Bislang ist unzureichend beleuchtet, wie das Bewegungsverhalten mit individueller Gesundheitskompetenz, Wohlbefinden und demografischen Faktoren assoziiert ist.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Studie ist zu quantifizieren, wie häufig die WHO-Bewegungsempfehlungen von Erwachsenen und Jugendlichen erreicht werden, Zusammenhänge mit Gesundheitskompetenz und Wohlbefinden zu analysieren sowie vulnerable Gruppen zu identifizieren.
Diskussionspunkt: Ein großer Teil der Bevölkerung bewegt sich im Alltag zu wenig, was das Risiko für nicht-übertragbare Krankheiten erhöht. Der Anteil der Jugendlichen, welche die Bewegungsziele nicht erfüllen, ist durchweg höher als in der erwachsenen Bevölkerung. Hierdurch wird die Notwendigkeit für zielgruppenspezifische Präventionsangebote deutlich. Ferner sind Inaktivität und exzessives Sitzen prävalent und mit geringer Gesundheitskompetenz und vermindertem Wohlbefinden assoziiert. Aufgrund des Querschnittsdesigns können keine kausalen Schlüsse gezogen werden.
Inhalt: In einer populationsbasierten Querschnittserhebung wurden ca. 4.000 Personen (2.000 Erwachsene, 18–64 Jahre; 2.000 Jugendliche, 12–17 Jahre) im Rahmen einer Online-Erhebung erfasst. Erfasst wurden das Bewegungsverhalten (6 Items zu Dauer/Häufigkeit von Aktivität, Krafttraining, Sitzzeit), die Gesundheitskompetenz (HLS-EU-Q16) und das Wohlbefinden (WHO-5). Die Datenerhebung wurde vor kurzem abgeschlossen. Erste Analysen zeigen, dass ein substanzieller Anteil beider Stichproben die WHO-Ziele verfehlt. Zudem zeigen sich signifikante Assoziationen: Unzureichende Bewegung und lange Sitzzeiten gehen mit niedrigerer Gesundheitskompetenz sowie reduziertem Wohlbefinden einher.
Take Home Message für die Praxis: Die Hausarztpraxis spielt in der Prävention nicht-übertragbarer Krankheiten eine Schlüsselrolle. Nachhaltige Bewegungsförderung könnte durch Ansätze gelingen, die auch die Gesundheitskompetenz der Betroffenen in den Blick nehmen.
Interessenkonflikte: Keine



