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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Zusammenhang zwischen gewichtsbezogenem Druck, Nutzung von Gesundheits-Apps und gesundheitsbezogener Lebensqualität (HRQoL) bei Jugendlichen: eine Studie im digitalen Zeitalter

Nessia Rachma Dianti - Universität Witten/Herdecke, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Lehrstuhl für Allgemeinmedizin I und interprofessionelle Versorgung, Fakultät für Gesundheit, Witten, Deutschland
Anne-Lisa Heye - Universität Witten/Herdecke, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Lehrstuhl für Allgemeinmedizin I und interprofessionelle Versorgung, Fakultät für Gesundheit, Witten, Deutschland
Paul Wiesheu - Universität Witten/Herdecke, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Lehrstuhl für Allgemeinmedizin I und interprofessionelle Versorgung, Fakultät für Gesundheit, Witten, Deutschland; Universität Witten/Herdecke, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Lehrstuhl für Allgemeinmedizin II und Patientenorientierung in der Primärversorgung, Fakultät für Gesundheit, Witten, Deutschland
Neele Kufeld - Universität Witten/Herdecke, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Lehrstuhl für Allgemeinmedizin I und interprofessionelle Versorgung, Fakultät für Gesundheit, Witten, Deutschland
Michaela Maas - Universität Witten/Herdecke, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Lehrstuhl für Allgemeinmedizin I und interprofessionelle Versorgung, Fakultät für Gesundheit, Witten, Deutschland; Universität Witten/Herdecke, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Lehrstuhl für Allgemeinmedizin II und Patientenorientierung in der Primärversorgung, Fakultät für Gesundheit, Witten, Deutschland
Oxana Klassen - Universität Witten/Herdecke, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Lehrstuhl für Allgemeinmedizin I und interprofessionelle Versorgung, Fakultät für Gesundheit, Witten, Deutschland
Heike Bergemann - Stadt Witten, Stabsstelle Arbeit, Gesundheitswirtschaft, Technologietransfer und Universitätsentwicklung, Witten, Deutschland
Klaus Weckbecker - Universität Witten/Herdecke, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Lehrstuhl für Allgemeinmedizin I und interprofessionelle Versorgung, Fakultät für Gesundheit, Witten, Deutschland
Eva Münster - Universität Witten/Herdecke, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Lehrstuhl für Allgemeinmedizin I und interprofessionelle Versorgung, Fakultät für Gesundheit, Witten, Deutschland

Text

Hintergrund: Gesundheitsapps (GA) werden zunehmend von Jugendlichen genutzt. Der Zusammenhang der GA-Nutzung mit Gesundheit bleibt jedoch unklar. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität (HRQoL) spiegelt körperliche, geistige und soziale Aspekte wider.

Zielsetzung/Fragestellung: Der Zusammenhang zwischen gewichtsbezogenem Druck, HRQoL und GA-Nutzung von Jugendlichen wurde erstmalig untersucht.

Material & Methoden: Eine Querschnittstudie, als Teil des GeWIT-Projekts und finanziert von der Techniker Krankenkasse, wurde von Nov. 2021 bis Feb. 2022 unter 10. Klässlern in Witten durchgeführt. Gewichtsbezogener Druck umfasst alle gefühlten Drücke, die von einem Selbst, sozialen Medien und anderen ausgehen. Die selbst-berichtete HRQoL wurde mithilfe des KIDSCREEN-10 erhoben. Die Gesamtwerte wurden anhand des Bevölkerungsmittelwerts und der Standardabweichung der europäischen Normdaten als niedrig und hoch kategorisiert, wobei ein höherer Wert eine bessere HRQoL anzeigt. Es wurde eine binär logistische Regression, adjustiert nach Geschlecht, Alter, Schultyp, subjektivem sozialen Status, Migrationshintergrund, BMI und körperlicher Aktivität, durchgeführt.

Ergebnisse: 644 Datensätze von 649 Teilnehmern wurden ausgewertet (Rücklaufquote: 98,3%). 46,0% hatten eine niedrige HRQoL, 60,4% litten unter einem mittleren bis extremen gewichtsbezogenen Druck, 54,3% nutzten GA. Jugendliche mit mittlerem bis extremem gewichtsbezogenem Druck hatten höhere Chance einer niedrigen HRQoL als Jugendliche, die keinen oder leichten gewichtsbezogenen Druck hatten (aOR: 3,51, 95%KI: 2,20-4,81). Bei Jugendlichen ohne GA-Nutzung hatten diejenigen mit erheblichem gewichtsbezogenem Druck im Vergleich zu Jugendlichen, ohne und mit leichtem gewichtsbezogenen Druck eine signifikant höhere Chance einer niedrigen HRQOL (aOR: 2,51, 95% KI:1,40-4,51). Bei Jugendlichen mit GA-Nutzung ist die Chance noch höher (aOR: 4,10, 95% KI: 2,29–7,33).

Diskussion: Die Erkenntnisse zeigen, dass sich ein vertiefender Blick auf die GA-Nutzung von Jugendlichen lohnt. Bei Jugendlichen mit gewichtsbezogenem Druck könnte Selbststigmatisierung auftreten und zu gesundheitsgefährdenden Verhaltensweisen führen (Essstörungen, Diäten, Erbrechen), die mit einer verminderten Lebensqualität einhergehen.

Take Home Message für die Praxis: Evidenzbasierte Gesundheitsförderung und Präventionsprogramm benötigt. Weitere Studien sind notwendig, um den Einfluss, die langfristige Auswirkung von GA auf die Gesundheit von Jugendlichen zu untersuchen und effektive Ansätze zur Lösung zu verstehen.

Interessenkonflikt: Keine Interessenkonflikte