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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

B-Challenged – Nutzung eines Systemansatzes um das aktive Spielen im Freien von Grundschulkindern zu fördern

Tilman Brand - Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS, Prävention und Evaluation, Deutschland; Leibniz Living Lab – Gesundheitswerkstatt Osterholz, Deutschland
Merle Noll - Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS, Prävention und Evaluation, Deutschland; Leibniz Living Lab – Gesundheitswerkstatt Osterholz, Deutschland
Catherina Heinken - Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS, Prävention und Evaluation, Deutschland
Rebekka Wiersing - Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS, Prävention und Evaluation, Deutschland; Leibniz Living Lab – Gesundheitswerkstatt Osterholz, Deutschland

Text

Hintergrund: Weniger als die Hälfte der Kinder in Deutschland erreicht laut der Report Card on Physical Activity den Richtwert von mindestens zwei Stunden aktiven Spielens im Freien pro Tag. Kinder in sozioökonomisch benachteiligten Stadtteilen haben oft weniger Zugang zu attraktiven und als sicher wahrgenommenen öffentlichen Spielräumen.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der B-Challenged Studie ist es, in einem systemorientierten Beteiligungsprozess mit Kindern und Erwachsenen Maßnahmen zu priorisieren und umzusetzen, die das aktive Spielen im Freien von Grundschulkindern in einem benachteiligten Stadtteil in Bremen fördern.

Material & Methoden: Es wurde die Methode des Group Model Building (GMB) eingesetzt – eine qualitative, systemische Methode zur partizipativen Analyse komplexer Problemzusammenhänge. Ziel ist es, ein Causal Loop Diagramm (CLD) zu erstellen. CLDs sind visuelle Darstellungen lokal relevanter Faktoren und deren Wechselwirkungen. Das GMB beinhaltete jeweils 3 Workshops (WS) mit Kindern einer 3. Klasse und Akteur:innen aus dem Stadtteil (z.B. Gesundheitsfachkräfte, Kontaktpolizei, Ortsbeirat, Schule). Das CLD wurde während der Workshops mit der Software STICKE erstellt und basierend auf den Notizen überarbeitet. Netzwerkanalytische Maße (Betweenness Centrality) wurden genutzt, um die Zentralität einzelner Faktoren zu bestimmen.

Ergebnisse: An den WS nahmen jeweils 21 Kinder und zwischen 6 und 11 erwachsene Akteur:innen teil (Dauer Kinder-WS: 90 min, Erwachsenen-WS: 120 min). Im letzten Erwachsenen-WS nahm eine Delegation der Kinder teil, um ihre Ergebnisse zu präsentieren. Das finale CLD enthielt 27 Faktoren. Als zentrale Faktoren erwiesen sich: Bildschirmzeit der Kinder, attraktive Spielideen, psychische Ressourcen der Eltern, Sicherheitsbedenken der Eltern, Selbstständigkeit der Kinder und wahrgenommene Attraktivität der Spielorte. Existierende Maßnahme und Angebote im Stadtteil wurden den Faktoren im CLD zugeordnet, ebenso neue Ideen zur Förderung des Spielens im Freien.

Diskussion: GMB ist eine strukturierte und zeiteffiziente partizipative Methode. Die priorisierten Ideen umfassten Maßnahmen auf verschiedenen Systemebenen wie Einzelaktivitäten, Schaffung von strukturellen Gelegenheiten (Öffnung des Schulhofs) bis hin zu städtebaulichen Maßnahmen (integriertes Handlungskonzept). Der weitere Projektverlauf wird zeigen, welche Maßnahmen sich tatsächlich umsetzen lassen.

Take Home Message für die Praxis: GMB hilft eine ganzheitliche Sicht auf ein lokales Public Health-Problem zu fördern und Maßnahmen auf verschiedenen Systemebenen zu verorten.

Interessenkonflikte: Keine