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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Perspektive von (Gesundheits-)Fachkräften auf Unterstützungsbedarfe- und Möglichkeiten von Angehörigen vor, während und nach einem assistierten Suizid – eine qualitative Studie

Maja Stiawa - Universität Ulm, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II, Deutschland
Franziska Marek - Universität Ulm, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II, Deutschland
Nathalie Oexle - Universität Ulm, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II, Deutschland; Universität Leipzig, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Leipzig, Deutschland

Text

Hintergrund: Angehörige von Menschen, die durch assistierten Suizid (AS) sterben, stehen vor vielfältigen Herausforderungen. Trotz ihrer oft zentralen Rolle im Prozess um den assistierten Suizid sind ihre Erfahrungen und Unterstützungsbedarfe bislang unzureichend erforscht und spezifische Unterstützungsangebote kaum vorhanden.

Zielsetzung/Fragestellung: Untersucht wird die Sichtweise von (Gesundheits-)Fachkräften und Vertreter:innen von AS-ermöglichenden Organisationen auf die Rolle von Angehörigen sowie deren Unterstützungsbedarfe und bestehende bzw. potenzielle Unterstützungsmöglichkeiten vor, während und nach einem assistierten Suizid.

Material & Methoden: Im Rahmen des DFG-geförderten Projekts SELYAS (Support needs of persons who experience a loss by assisted suicide) werden problemzentrierte Interviews mit (Gesundheits-)Fachkräften (n=12) und Vertreter:innen von AS-ermöglichenden Organisationen (n=6) durchgeführt. Die Auswertung erfolgt inhaltsanalytisch nach Kuckartz unter Verwendung von MAXQDA.

Ergebnisse: Es werden Ergebnisse präsentiert zur Perspektive von Fachkräften über die Rolle von Angehörigen bei der Durchführung eines assistierten Suizids, die spezifischen Unterstützungsbedarfe Angehöriger in Zusammenhang mit einem assistierten Suizid, bestehende Unterstützungsmöglichkeiten und Versorgungslücken und über die Bedeutung von Angehörigen bei Entscheidungsprozessen im Kontext eines assistierten Suizids.

Diskussion: Die Ergebnisse geben Hinweise über die Bedarfe von Angehörigen im Prozess des assistierten Suizids und inwiefern diese aktuell durch beteiligte Fachkräfte adressiert werden. Angehörige haben häufig eine zentrale Bedeutung im Prozess des assistierten Suizids. Zugleich können sie in diesem Prozess spezifischen Belastungen ausgesetzt sein. Die Befunde liefern Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung strukturierter Unterstützungsangebote und eine stärkere Integration von Angehörigenperspektiven in Versorgungsprozesse.

Take Home Message für die Praxis:

  • Angehörige sollten strukturiert in Entscheidungs- und Begleitprozesse einbezogen werden
  • Fachkräfte sollten für die Bedürfnisse von Angehörigen im Kontext eines assistierten Suizids sensibilisiert und entsprechend geschult werden, um Belastungen früh zu erkennen, Unterstützungsangebote gezielt zu vermitteln und Angehörige angemessen zu begleiten

Interessenkonflikte: Keine