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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Entwicklung, Implementierung und Evaluation eines dauerhaften Registers zur Erfassung und Analyse assistierter Suizide (RegAS)

Kerstin Kremeike - LMU Klinikum, Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin, Deutschland
Farina Hodiamont - LMU Klinikum, Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin, Deutschland
Christina Koenes - LMU Klinikum, Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin, Deutschland
Maria Meinhardt - Werner-Felber-Institut für Suizidprävention und interdisziplinäre Forschung im Gesundheitswesen e.V., Deutschland
Jonas Wifek - Werner-Felber-Institut für Suizidprävention und interdisziplinäre Forschung im Gesundheitswesen e.V., Deutschland
Irene Schmidtmann - Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) Abteilung Biometrie, Mainz, Deutschland
Veronika Dunkl - Uniklinik Köln, Zentrum für Palliativmedizin, Köln, Deutschland
Alina Kasdorf - Uniklinik Köln, Zentrum für Palliativmedizin, Köln, Deutschland
Raymond Voltz - Uniklinik Köln, Zentrum für Palliativmedizin, Köln, Deutschland
Barbara Schneider - LVR-Klinik Köln, Köln, Deutschland; Goethe-Universität Frankfurt, Klinik für Psychiatrie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Deutschland; Nationales Suizidpräventionsprogramm (NaSPro), c/o Universität Kassel Fachbereich Humanwissenschaften Institut für Sozialwesen Fachgebiet „Soziale Therapie“, Deutschland
Georg Fiedler - Deutsche Akademie für Suizidprävention e. V. (DASP), c/o Universität Kassel Fachbereich Humanwissenschaften Institut für Sozialwesen Fachgebiet „Soziale Therapie“, Deutschland
Reinhardt Lindner - Nationales Suizidpräventionsprogramm (NaSPro), c/o Universität Kassel Fachbereich Humanwissenschaften Institut für Sozialwesen Fachgebiet „Soziale Therapie“, Deutschland; Universität Kassel, Institut für Sozialwesen, Fachbereich Humanwissenschaften, Kassel, Deutschland
Martin Neukirchen - Universitätsklinikum Düsseldorf, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Interdisziplinäres Zentrum für Palliativmedizin und Klinik für Anästhesiologie, Düsseldorf, Deutschland
Jaqueline Schwarz - Universitätsklinikum Düsseldorf, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Interdisziplinäres Zentrum für Palliativmedizin und Klinik für Anästhesiologie, Düsseldorf, Deutschland
Marc Stefaniak - Universitätsklinikum Düsseldorf, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Interdisziplinäres Zentrum für Palliativmedizin und Klinik für Anästhesiologie, Düsseldorf, Deutschland
Ute Lewitzka - Goethe Universität Frankfurt, Professur für Suizidologie und Suizidprävention, Zentrum für Psychische Gesundheit, Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Deutschland; Werner-Felber-Institut für Suizidprävention und interdisziplinäre Forschung im Gesundheitswesen e.V., Deutschland
Katharina König - Werner-Felber-Institut für Suizidprävention und interdisziplinäre Forschung im Gesundheitswesen e.V., Deutschland
Claudia Bausewein - LMU Klinikum, Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin, Deutschland

Text

Hintergrund: Seit das Bundesverfassungsgericht §217 StGB im Jahr 2020 für nichtig erklärte, ist Suizidassistenz in Deutschland nicht mehr gesetzlich eingeschränkt. Seither ist ein Anstieg von Anfragen sowie dokumentierten Fällen zu beobachten. Belastbare, bundesweit vergleichbare Daten zur Praxis assistierter Suizide fehlen bislang. Damit besteht eine relevante Datenlücke für Epidemiologie, Gesundheitsberichterstattung und Versorgungsentwicklung.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel ist die Entwicklung eines bundesweiten Registers zur Erfassung assistierter Suizide als Grundlage für Gesundheitsberichterstattung und Versorgungsforschung. Untersucht wird, wie ein solches Instrument valide, akzeptabel und nachhaltig implementiert werden kann und welchen Beitrag es zur Beschreibung von Versorgungsrealitäten und Unterstützungsbedarfen leistet.

Material & Methoden: Designbasierter Mixed-Methods-Ansatz zur Entwicklung und Implementierung eines standardisierten Befragungsinstruments für die Datenerhebung im Rahmen des Registers: 1. Entwicklung eines konsentierten Kerndatensatzes (Scoping Review, Delphi-Verfahren); 2. Aufbau einer datenschutzkonformen technischen Infrastruktur; 3. formative Evaluation (Nutzer:innenbefragung, Web-Analysen, qualitative Interviews); 4. Analyse von Barrieren und förderlichen Faktoren für Implementierung und Verstetigung; 5. Einbindung in bestehende Versorgungs- und Berichtsstrukturen.

Ergebnisse: Es liegt ein konsentierter Kerndatensatz vor, der medizinische, psychosoziale und versorgungsbezogene Merkmale umfasst und eine differenzierte epidemiologische Beschreibung ermöglicht. Die technische Umsetzung erlaubt eine standardisierte und datenschutzgerechte Erfassung. Das Register wird ab September 2026 pilotiert. In der Entwicklungsphase zeigte sich eine breite fachliche Zustimmung zur Notwendigkeit größerer Transparenz. Herausforderungen betreffen insbesondere Datenvollständigkeit, Repräsentativität und langfristige Implementierung.

Diskussion: Das Register kann als Baustein einer erweiterten Gesundheitsberichterstattung erstmals systematisch Daten zu einem bislang wenig erfassten Versorgungsbereich bereitstellen. Damit verbindet es Berichterstattung mit Fragen der Versorgungsgestaltung. Transparenz ist eine zentrale Voraussetzung für evidenzbasierte Entscheidungen in Praxis und Gesundheitspolitik.

Take Home Message für die Praxis: Ein bundesweites Register kann dazu beitragen, den Umgang mit Suizidassistenz besser zu verstehen und Versorgung evidenzbasiert weiterzuentwickeln – durch mehr Transparenz, bessere Daten und eine fundierte Entscheidungsbasis.

Interessenkonflikte: Keine